12. 2. – Die Ewigkeit

Aus dem Tolstoi der Weisheit – 12. Februar

Denken   Arbeit   Ewigkeit

Lenzerheide 2008Es ist offensichtlich, dass uns der Tod am Ende alle erwartet; dennoch leben wir, als gäbe es keinen Tod.  Tolstoi

Je besser du das Leben verstehst,
desto weniger trauerst du um die Zerstörung,
die der Tod verursacht.  Tolstoi

Foto: 2012 Heidsee Lenzerheide

Ein Geschenk für alle Wahrheitsforscher!

Des Mystikers Sicht: Für mich ist das Gleichnis des verlorenen Sohnes das wichtigste Gleichnis. Es beinhaltet die absolute Essenz der Wahrheit. Was sagte der Sohn zu seinem Vater? „Vater, gib mir meinen Anteil der Besitztümer.“ Was ist sein Besitztum? Geist – alles was Geist ist, Materie eingeschlossen.

Der „jüngere Sohn“ ist eine Seele, die durch die Idee des Menschen gegangen ist, die menschliche Idee (Urbild des Menschen).Der ältere Sohn ist ein Erzengel. Er hat auch seinen Anteil an den Besitztümern, welches bedeutet, dass Erzengel auch den Geist benutzen. So haben unsere Brüder, die beim Vater blieben, auch ihren Anteil – welcher Geist ist. Aber der „jüngere Sohn“ – das ist ein „menschliches Wesen“ – verwendet seinen Anteil auf ein „rücksichtsloses Leben“ – Erfahrungen in den Welten der Trennung (Welten der Existenz).

Wie Joshua es beschreibt, hatten ihn die Herren der Materie, die Herren der Trennung, als Sklaven verdingt. Sie haben ihn ausgesandt, um nach den Schweinen zu schauen. Was sind diese „Schweine“? Die Elementale, die er erschaffen hat. Und er war damit zufrieden, das Essen zu essen, welches die Schweine fraßen. Das bezieht sich auf die schmutzige Kombination der niederen Elementale, welche den Geist und die Emotionen verschmutzen. Das sind die Elementale, die Joshua „stumme und bedeutungslose Geister“ (Mark. 9:25) nannte.

Aber dann kam er zur Besinnung. „Was ist das, was ich esse?“ sagte er. „Was sind all diese Gedanken und Emotionen, die ich habe? Befriedigen sie mich? Ich esse das gleiche Essen wie die Schweine.“ So entschloss er sich aufzubrechen und zurück zu seinem Vater zu gehen.

Das ist ein anderer sehr wichtiger Gesichtspunkt. All die Zeit, als er diese Gedanken dachte, wusste sein Vater davon. Dann begann er darüber nachzudenken, wie er sich seinem Vater gegenüber verhalten sollte. „Bin ich es wert sein Sohn zu sein? Lass mich zurückgehen und mich in seine Dienste stellen.“ Aber als er ein paar Schritte auf seinen Vater zu gemacht hatte, eilte sein Vater zu ihm und umarmte ihn. Somit wartet der Vater auf seine Rückkehr.

Was sagte er, der Vater? Er wies die Erzengel an, ihm die besten Kleider anzuziehen, die er hatte. „Du bist mein Sohn“ sagte er, „du bist kein Diener. Du bist ein Sohn!“ Er gab ihm seine eigenen besten Kleider.  Dann steckte er einen Ring auf seinen Finger.

Ein Erzengel bekommt nur einen Ring an seinen Finger, wenn er als Selbst-erkanntes Wesen zurückkehrt, nachdem er durch die menschliche Erfahrung gegangen ist. Ich habe schon viele Male Kontakt zu den Erzengeln aufgenommen und versucht ihnen Zeit verständlich zu machen – das, was wir Menschen als Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft kennen. „Wir sind im ewigen Jetzt“ antworten sie. Sie verstehen das ewige Jetzt, weil sie schon immer „jetzt“ existierten, sie existieren „jetzt“ und sie werden immer „jetzt“ existieren. Somit verstehen sie nicht Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Was sie interessiert, ist ihre Arbeit und die Wahrheit, welche ihrer Natur, wie sie sind, Ausdruck verleihen, ohne Zeit zu verstehen.

Der Ring an seinem Finger symbolisiert das Wissen und Verständnis von Ewigkeit. Ewigkeit ist Bewegung ohne Anfang und ohne Ende. Unendliches SEIN (Gott) ist ewige Bewegung. Nimm an, dass jemand sich auf einem Ring bewegt; er wird sich ewig bewegen, ohne einen Anfang und ohne ein Ende zu haben. Das ist das Gefühl von Ewigkeit. Ein menschliches Wesen, welches sich auf dem Ring bewegt, kann die Natur von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verstehen. Aber für ein Wesen im Zentrum des Ringes (und für die Bewegung) – wie die Erzengel – gibt es keine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, nur das ewige Jetzt. Im Gleichnis des verlorenen Sohnes wurde ganz klar ausgesagt, dass, als der verschwenderische Sohn nach Hause zurückkehrte, der Vater als Erstes das gut gemästete Tier (fettes Kalb) opferte – das bedeutet den materiellen Körper. „Fleisch und Blut kann niemals das Königreich der Himmel besitzen“ (1 Kor. 15:50). Das ist offensichtlich. Der ältere Bruder, der Erzengel, hat sich niemals an die Materie versklavt, somit hat er auch niemals auch nur eine „kleine Ziege“ benötigt, um sie zu opfern, damit er befreit werde.

Dann gab ihm der Vater das beste Gewand, dass er für einen Prinz hatte; das gleiche Gewand, dass der Erzengel – der ältere Bruder – hatte. Darin besteht kein Unterschied zwischen ihnen. Aber als dem verschwenderischen Sohn einen Ring für seinen Finger gegeben wurde, machte ihm sein Vater zu etwas Anderem als die Erzengel im Himmel. Die Erzengel gebrauchten niemals Geist, in der Art und Weise, wie Menschen ihn gebrauchen – wie Menschen Elementale projizieren, gute und schlechte. Auf diesem Weg lernen menschliche Wesen Lektionen, die schließlich zu ihrer Rückkehr zur Absoluten Seinsheit, dem Vater, führen, mit dem Wissen und Verständnis, als ein Kind Gottes akzeptiert zu werden.“ Daskalos

Das Gleichnis des  verlorenen Sohnes  – Aus der Bibel, Lukas – Kapitel 15

11 Und er sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne. 12 Und der jüngste unter ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Teil der Güter, das mir gehört. Und er teilte ihnen das Gut. 13 Und nicht lange darnach sammelte der jüngste Sohn alles zusammen und zog ferne über Land; und daselbst brachte er sein Gut um mit Prassen.
14 Da er nun all das Seine verzehrt hatte, ward eine große Teuerung durch dasselbe ganze Land, und er fing an zu darben. 15 Und ging hin und hängte sich an einen Bürger des Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. 16 Und er begehrte seinen Bauch zu füllen mit Trebern, die die Säue aßen; und niemand gab sie ihm.17 Da schlug er in sich und sprach: Wie viel Tagelöhner hat mein Vater, die Brot die Fülle haben, und ich verderbe im Hunger! 18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir 19 und bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner! 20 Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Da er aber noch ferne von dannen war, sah ihn sein Vater, und es jammerte ihn, lief und fiel ihm um seinen Hals und küßte ihn. 21 Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße. 22 Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringet das beste Kleid hervor und tut es ihm an, und gebet ihm einen Fingerreif an seine Hand und Schuhe an seine Füße, 23 und bringet ein gemästet Kalb her und schlachtet’s; lasset uns essen und fröhlich sein! 24 denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an fröhlich zu sein.
25 Aber der älteste Sohn war auf dem Felde. Und als er nahe zum Hause kam, hörte er das Gesänge und den Reigen; 26 und er rief zu sich der Knechte einen und fragte, was das wäre. 27 Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat ein gemästet Kalb geschlachtet, daß er ihn gesund wieder hat. 28 Da ward er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn.  29 Er aber antwortete und sprach zum Vater: Siehe, so viel Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten; und du hast mir nie einen Bock gegeben, daß ich mit meinen Freunden fröhlich wäre. 30 Nun aber dieser dein Sohn gekommen ist, der sein Gut mit Huren verschlungen hat, hast du ihm ein gemästet Kalb geschlachtet. 31 Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, das ist dein. 32 Du solltest aber fröhlich und gutes Muts sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist wieder gefunden.

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