8. Juni – Güte

Aus dem Tolstoi Kalender der Weisheit – 8. Juni

Liebe   Wahrheit   Seele

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Güte vorzutäuschen ist schlimmer, als ganz offen gemein zu sein. Tolstoi

Weshalb nennt ihr mich Herr, und tut nicht das, was ich sage? Wer zu mir kommt und meine Worte hört und sie befolgt – ich will euch zeigen, wem er gleicht: Er ist wie der Mann, der beim Bau seines Hauses in die Tiefe grub und das Fundament auf einen Felsen setzte. Als nun das Hochwasser kam, brandete die Flut gegen das Haus und vermochte es nicht zu erschüttern, denn es stand auf einem Felsen. Wer aber hört und nicht entsprechend handelt, ist wie einer, der sein Haus ohne Fundament auf die Erde baute. Die Flut umbrandete es, und es stürzte ein, und die Zerstörung dieses Hauses war gross. Lukas 6, 46-49

Metaphysisches von Eugen Roth

Ein Mensch erträumt, was er wohl täte, wenn wieder er die Welt beträte. Dürft er zum zweiten Male leben, wie wollt er nach dem Guten streben und streng vermeiden alles Schlimme! Da ruft ihm zu die innre Stimme: „Hör auf mit diesem Blödsinn, ja?! Du bist zum zwölften Mal schon da!“

Des Mystikers Sicht: Joshua: „Meine Lieben, ihr alle“, sagte Joshua, „Alaha, der himmlische Vater, gibt allen Phänomenen des Lebens, die in einer grobstofflichen Form leben, auch allen Menschen, seinen Kindern, alles, was sie zum Leben in ihren grobstofflichen Körpern brauchen. Alaha gibt die Sonne und das Licht der Sonne und alles, was die grobstofflichen Körper benötigen, um zu leben. Er gibt auf Erden Wasser und Nahrung in Fülle. Allen lebenden Kreaturen und allen Menschen gibt er Luft zum Atmen und in dieser Luft seine Lebenskraft.

Die heiligen Erzengel der sieben Ränge der Schöpfung erschaffen und erhalten ununterbrochen die grobstofflichen Körper aller lebenden Kreaturen. Sie erhalten ununterbrochen eure grobstofflichen Körper, indem sie die Nahrung, die ihr zu euch nehmt, und das Wasser und die Flüssigkeiten, die ihr trinkt, verwandeln in Fleisch und Blut und alles andere, woraus eure Körper bestehen.

Doch der grobstoffliche Körper, indem ihr lebt, ist nicht euer wahres Selbst. In der Luft, die ihr atmet, und in allem überall ist Alahas Geist-Licht-Lebenskraft. So wie eure Körper die Materie benötigen, um erschaffen zu werden und leben zu können, so braucht eure derzeitige Persönlichkeit, das Zeit-und Ort-gebundene Selbst (welches immer eure wahres Selbst, als seinen Puls des Lebens, in sich hat)

Alahas grösste Gabe an die Menschheit: Seine Geist-Licht-Leben-Lebenskraft. Ihr und die heiligen Erzengel, ihr alle gebraucht diese Geist-Lebenskraft, um eure psychischen und noetischen Körper, eure derzeitige Persönlichkeit, zu erschaffen.

Ihr alle gebraucht jeden Augenblick Alahas Geist-Lebenskraft, Alahas Geist-Übersubstanz, zum unterbewussten Erschaffen von Elementalen: in-ihrer Natur-menschliche-Engel oder in-ihrer-Natur-menschliche Dämonen, die eure Persönlichkeit zusammensetzen. Wie grobstoffliche Körper Materie zum Leben brauchen, so braucht euer derzeitiges Selbst Geist-Übersubstanz zum Leben. Euer wahres Selbst, euer Seelen-Ego-Selbst, als unsterbliches göttliches Wesen, braucht nichts, um im immer währenden Leben zu SEIN und um von Zeit zu Zeit in den Welten der Existenz zu existieren.

Doch als Bild der Geist-Seele braucht ihr jetzt Alahas Geist-Lebenskraft, um euer unsterbliches Selbst zu entfalten, um mit der Zeit eure Persönlichkeit – das kleine, schwache und sich andauernd verändernde Selbst – in ihre göttliche Natur umzuwandeln.

Ihr alle wart die rechtmässigen Söhne Alahas im Königreich Seiner Himmel und das seid ihr auch jetzt. Ein Gleichnis wird euch helfen, dies zu verstehen.“   

Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere von ihnen sagte zum Vater: „Vater, gib mir den auf mich entfallenen Teil des Vermögens!“ Da verteilte jener Hab und Gut unter sie. Kurze Zeit darauf packt der jüngere Sohn alles, was ihm gehörte, zusammen und zog in ein fernes Land; dort brachte er sein Vermögen in einem ausschweifenden Leben durch.

Als er nun alles aufgebraucht hatte, entstand eine schwere Hungersnot in jenem Lande, und auch er begann Not zu leiden. Da ging er hin und stellte sich einem der Bürger jenes Landes zur Verfügung; der schickte ihn auf seine Felder, die Schweine zu hüten, und er hätte sich gern an den Schoten des Johannesbrotbaumes satt gegessen, welche die Schweine als Futter bekamen, doch niemand gab sie ihm. Da ging er in sich und sagte: „Wie viele Taglöhner meines Vaters haben Brot im Überfluss, während ich hier vor Hunger umkomme! Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und ihm sagen: „Vater, ich habe gegen den Himmel und dir gegenüber gesündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heissen: halte mich wie einen von deinen Taglöhnern.“

So machte er sich auf den Weg zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater kommen und fühlte Mitleid: er eilte ihm entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Da sagte der Sohn zu ihm: „Vater, ich habe gegen den Himmel und dir gegenüber gesündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heissen!“ Der Vater aber befahl seinen Knechten: “Holt schnell das beste Gewand aus dem Hause und legt es ihm an; gebt ihm auch einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füsse und das gemästete Kalb her, schlachtet es und lasst uns essen und fröhlich sein! Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wieder gefunden!“ Und sie fingen an, fröhlich zu sein.

Sein älterer Sohn aber war währendem auf dem Felde. Als er nun heimkehrte und sich dem Hause näherte, hörte er Musik und Reigenchöre. Da rief er einen von den Knechten herbei und erkundigte sich, was das zu bedeuten habe. Der gab ihm zur Antwort: „Dein Bruder ist heimgekommen; da hat dein Vater das gemästete Kalb schlachten lassen, weil er ihn gesund wieder erhalten hat.“ Da wurde er zornig und wollte nicht ins Haus hineingehen; sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu. Da antwortete er dem Vater: „Du weisst: schon so viele Jahre diene ich dir und habe noch nie ein Gebot von dir übertreten; doch mir hast du noch nie auch nur ein Böcklein gegeben, dass ich mit meinen Freunden ein fröhliches Mahl hätte halten können. Nun  aber dieser dein Sohn heimgekehrt ist, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du ihm das Mastkalb schlachten lassen!“

Er aber erwiderte ihm: „Mein Sohn, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein. Wir müssen doch fröhlich sein und uns freuen! Denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren gegangen und ist wiedergefunden worden.“ (Lukas 15:11-32) (S.135)

 „Meine Lieben, ihr alle, der <Vater> in diesem Gleichnis ist Alaha als der El Shaddai, der Manifestierte. Der <ältere Sohn> stellt die Geist-Ego-Wesen dar, die im Feld, in der Welten der Existenz, dienen und erschaffen. Das sind gewisse Erzengelränge, die Schöpferwesen, die vor allem im höheren noetischen Zustand, im siebten Himmel, tätig sind.

Der <jüngere Sohn>, der verlorene Sohn, ist jener Teil des Geist-Seelen- Ego, der sich inkarnierte und Mensch wurde. Das <Vermögen> des Vaters ist die Geist-Licht-Lebenskraft welche beide Söhne zu Recht zum Gebrauch beanspruchen können.

Das <ferne Land> ist die grobstoffliche Welt der Existenz und der <Bürger jenes Landes> ist das Gesetz der Getrenntheit. Der <verlorene Sohn> ist die Persönlichkeit des Geist-Seelen-Ego und die <Schweine> sind die schlechten Elementale, die das kleine Ego-Selbst erschafft und hütet, wodurch des Vaters Vermögen, die Geist-Licht-Lebenskraft, falsch angewendet wird.

Die Begierden und Gedanken, die dem Egoismus eines Menschen dienen, können das Geist-Seelen-Ego-Selbst, das in der Persönlichkeit aktiv ist, nicht befriedigen. Früher oder später wird das hungernde Geist-Seelen-Ego in der Persönlichkeit zu seiner El Shaddai Selbstheit… zum Vater zurückkehren.

Das <gemästete Kalb> ist der grobstoffliche Körper des Menschen, der bestimmungsgemäß sterben wird (nicht die himmlische menschliche Form). Fleisch, Blut und Knochen können nicht in das Königreich der Himmel eintreten. Da gibt es aber noch das <beste Gewand>, das leuchtende Leben-Licht in menschlicher Form, der Körper des Geist-Seelen-Ego (wenn wir es Körper nennen können), der unsterbliche, unvergängliche Form-Körper eines Menschen in seiner göttlichen

Alle Menschen sind selbst-bewusste Kinder des allmächtigen Alaha El Shaddai, des Manifestierten in seinem göttlichen Eins-Sein.“

Einer der Neuankömmlinge erhob seine Hand und bat um das Wort. Joshua gab ihm ein Zeichen zu sprechen. „Rabbi“, sagte der Israelit, „was bedeuten in deinem Gleichnis <die Tagelöhner>, <die Dirnen> und <der Ring>?“

Joshua antwortete: „Die <Tagelöhner> sind die Elementale, die von den Erzengeln aus Geist-Lebenskraft des El Shaddai erschaffen sind. Die <Dirnen> sind sexuelle Lust-Elementale; sie entstehen wenn die Heilige Geist-Lebenskraft in sexueller Befriedigung verzerrt wird. Die <Dirnen> sind die Lilith-Dämonen in einer Persönlichkeit.

Der <Ring> ist das Symbol der Ewigkeit. Der verlorene Sohn, der heimkehrt zu seiner göttlichen Natur, weiss jetzt, was Zeit als Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist, und versteht das ewige Jetzt und das immer währende Leben.

Der Vater gab den Erzengeln der noetischen Welten nie grobstoffliche Körper, da es nicht in ihrer Natur war, sich in der grobstofflichen Welt zu inkarnieren.“

„Malpana Rabbi“, fuhr der Neuankömmling fort, „darf ich dich etwas anderes fragen, das nichts mit deiner Lektion zu tun hat?“ „Mein Lieber“, sagte Joshua, „ich weiss, was du fragen willst und dass du es nicht unterlassen kannst. Also Frage.“ „Ich möchte dich um deine Meinung bitten“, sagte der junge Israelit. „Wir bezahlen Steuern an den Tempel, eine Tempelsteuer. Und wir bezahlen Steuern an Herodes und viele andere Arten von Steuern. Ist das richtig für uns, dass wir auch an die Römer Steuern bezahlen? Bist du der Ansicht, dass wir Steuern an Cäsar bezahlen sollten?“

„Wenn ihr die Tempelsteuern bezahlt“, sagte Joshua, „dann gebt ihr nicht Alaha, was ihr geben müsst, sondern ihr helft nur mit, die Ausgaben des Tempels zu tragen. Alaha braucht von den Menschen nichts Materielles.

Alaha braucht eure Gebete nicht. Ihr braucht die Gebete. Alaha liebt euch, ob ihr je an ihn denkt oder nicht. Ihr müsst Alaha lieben und verehren, denn für euch ist es notwendig euch auf ihn einzustimmen. Liebet Alaha, das ist es, was ihr zum Leben braucht.

Die Römer glauben, dass sie euch vor Dieben beschützen. Hier in Palästina bezahlen sie zu diesem Zweck Schwertträger. Sie bauen auch Strassen. Hast du Geld bei dir? Komm hierher, mein Lieber.“

Der Israelit war nur wenige Schritte von dem Gott-Menschen entfernt. Er stand von seinem Hocker auf und näherte sich ihm. Vier der Neuankömmlinge waren bekannte Pharisäer, Mitglieder des Sanhedrin und Zeloten Führer. Die anderen waren Sadduzäer.

Hierauf gingen die Pharisäer hin und stellten eine Beratung an, wie sie ihn durch einen Ausspruch fangen könnten. Sie sandten also ihre Jünger nebst Anhängern des Herodes zu ihm, die mussten sagen: „Malpana, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und den Weg Alahas mit Wahrhaftigkeit lehrst; auch nimmst du auf niemand Rücksicht, denn du siehst die Person der Menschen nicht an. So sage uns denn deine Meinung: ist es recht, dass man dem Cäsar Steuern entrichtet, oder nicht?“ Da Joshua nun ihre böse Absicht durchschaute, antwortete er:

 „Was versucht ihr mich, ihr Heuchler? Zeigt mir die Steuermünze!“ Als sie ihm nun einen Denar gereicht hatten, fragte er sie: „Wessen Bild und Aufschrift ist das hier?“ Sie antworteten: „Cäsars“. Da sagte er zu ihnen: „So gebt dem Cäsar, was dem Cäsar zusteht und Alaha, was Alaha zusteht!“ Als sie das hörten, verwunderten sie sich, liessen von ihm ab und entfernten sich.

An demselben Tage traten die Sadduzäer an ihn heran, die da behaupteten, es gebe keine Auferstehung, und fragten ihn: „Malpana, Moses hat geboten: „Wenn jemand kinderlos stirbt, so soll sein Bruder dessen Frau heiraten und für seinen Bruder das Geschlecht fortpflanzen. Nun lebten sieben Brüder bei uns; der erste, der sich verheiratet hatte, starb und hinterliess, weil er keine Kinder hatte, seine Frau seinem Bruder; ebenso auch der zweite und dritte, schliesslich alle sieben; zuletzt nach allen starb auch die Frau. Wem von den sieben wird sie nun in der Auferstehung als Frau angehören? Alle haben sie ja zur Frau gehabt.“

Joshua antwortete ihnen: „Ihr seid im Irrtum, weil ihr weder die Schriften noch die Kraft Alahas kennt. Denn in der Auferstehung heiraten sie weder, noch werden sie verheiratet, sondern sie sind wie Engel Alahas im Himmel. Was aber die Auferstehung der Toten betrifft: habt ihr nicht gelesen, was euch darüber von Alaha gesagt worden ist, wenn er spricht: <Ich bin der Alaha Ibrahims, der Alaha Is-Shakhs und der Alaha Yiacoubs? Alaha ist doch nicht ein Alaha von Toten, sondern von Lebenden.“ (Matthäus 22:15-32)

Die Neuankömmlinge verließen die Synagoge; sie murrten aufgebracht und beschwerten sich, dass dieser Essener Rabbi indirekt gesagt habe, sie sollten sich den römischen Eroberern ergeben und dienen.

Als sie gegangen waren, sagte Joshua: „In weniger als hundert Jahren werden diese Krieg liebenden Menschen glauben, dass sie stark genug sind, um die Römer aus Palästina zu vertreiben, und sie werden den Krieg erklären. Doch sie werden besiegt werden. Es wird ein großes Blutvergießen geben und Yerushalayim wird von den Römern verwüstet werden. Die Römer werden die Tempel zerstören und an dem Ort, wo der Tempel Solomons jetzt steht, wird kein Stein auf dem andern bleiben.“ 

Auf Aramäisch sagte Joshua: „Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden die Erde ererben! (Matthäus 5:5)        Joshua Kapitel 22/34-65 

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