30. 9. – Einsamkeit

Aus dem Tolstoi Kalender der Weisheit – 30. September

Einsamkeit

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Je einsamer jemand ist, desto deutlicher hört er die Stimme Gottes. Tolstoi

Ein zeitweiliger Rückzug von allen Dingen des Lebens und Nachdenken über das Göttliche ist für deine Seele eine ebenso notwendige Nahrung, wie es die materielle Nahrung für deinen Körper ist. Tolstoi

travel-857086_960_720Der Wille, deine guten Absichten auszuführen, wird dadurch geschwächt, dass du sie aussprichst. Du erinnerst dich an Dinge, die du in deiner Jugend gesagt hast, wie an aus Blumenbeeten herausgerissene und weggeworfene Blumen, die du dann welk im Staub auf der Erde hast liegen sehen. Tolstoi 

Um die Einsamkeit ist’s eine schöne Sache, wenn man mit sich selbst in Frieden lebt und was Bestimmtes zu tun hat. Johann Wolfgang von Goethe

Der Einsame von Wilhelm Busch

Wer einsam ist, der hat es gut,
Weil keiner da, der ihm was tut.


Ihn stört in seinem Lustrevier
Kein Tier, kein Mensch und kein Klavier,
Und niemand gibt ihm weise Lehren,
Die gut gemeint und bös zu hören.
Der Welt entronnen, geht er still
In Filzpantoffeln, wann er will.
Sogar im Schlafrock wandelt er
Bequem den ganzen Tag umher.
Er kennt kein weibliches Verbot,
Drum raucht und dampft er wie ein Schlot.
Geschützt vor fremden Späherblicken,
Kann er sich selbst die Hose flicken.
Liebt er Musik, so darf er flöten,
Um angenehm die Zeit zu töten,
Und laut und kräftig darf er prusten,
Und ohne Rücksicht darf er husten,
Und allgemach vergißt man seiner.
Nur allerhöchstens fragt mal einer:
Was, lebt er noch? Ei, Schwerenot,
Ich dachte längst, er wäre tot.
Kurz, abgesehn vom Steuerzahlen,
Läßt sich das Glück nicht schöner malen.
Worauf denn auch der Satz beruht:
Wer einsam ist, der hat es gut.                                                       

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