Karfreitag 2020 – 10. April – Thema Religion

Aus dem Tolstoi Kalender der Weisheit – 10. April

Religion  Wissenschaft  Urteilen                                             Krishnamurti: Revolution des Bewusstseins    Bilder von Maria-Valentina Paoluzzi

child-monks-1306506_960_720Der Heilige Geist, der im Menschen weilt, tritt immer freier hervor. Das wird unsere bestehende Weltordnung verändern. Tolstoi

Die wahre Wissenschaft zeigt auf, wie der religiöse Glauben im äusseren Leben anzuwenden ist. Die Kunst zeigt auf, wie er in der Gefühlswelt anzuwenden ist. Tolstoi

Meine Religion ist die Liebe zu allen Lebewesen. Tolstoi

Des Mystikers Sicht: „Es gab in der Vergangenheit viele erleuchtete Menschen, in allen Teilen der Welt, in China, in Indien …. Etwa Lord Buddha – er lebte 500 Jahre vor Christi Geburt. Ich bezeichne ihn als den größten Propheten. Bevor er „hinüber ging“, sagte er zu seinem Schüler Ananda: „In 500 Jahren wird Ishwar“ – das heißt Gott – „selbst ein menschliches Wesen werden. Dies hatten die Weisen und die Könige im Sinne als sie sich aufmachten, Joshua, das neugeborene Kind anzubeten und ihm zu huldigen. 

Alle diese erleuchteten Menschen in der Vergangenheit sprachen über die relative Wahrheit auf ihre eigene Art. Sie erklärten, was ein menschliches Wesen ist, was die Universen sind und was Gott ist. Es spielt keine Rolle, wenn die Hindus ihn „Ishwar“ nennen, die Chinesen „Tao“, die Griechen „Theós“, die Essener und Araber „Alaha“ sowie die modernen Menschen „Gott“. Das alles sind Wörter. Das was  ist,  ist die Absolute Unendliche Seinsheit, die Absolute Unendliche Selbstheit.“  Daskalos –  21.2.1994

Des Mystikers Sicht:

Die Kreuzigung  Kapitel 35 aus dem Buch: Joshua Immanuel der Christus: Sein Leben auf Erden und seine Lehre von Daskalos

  1. Während der letzten fünf Tage lehrte der Gott-Mensch seine Jünger und andere, die kamen um ihn zu hören, dass sie jederzeit und unter allen Umständen ihre Ruhe müssten.
  1. Er sagte ihnen immer wieder: „Lasst euren Seelenfrieden nie durch den menschlichen Dämon des Zornes stören, nicht einmal in seiner mildesten Form als einfache Beschwerde gegen jemanden.
  1. Macht euren grobstofflichen Körper zum Tempel Alahas. Die heiligen Erzengel sind in ihm und erhalten ihn für euch.
  1. Macht euer Herz zum Allerheiligsten Alahas und lasst auf dem Altar eures Herzens eine Lampe leuchten, in der die unauslöschliche Flamme der Liebe brennt. Diese Flamme ist eure Liebe zu Alaha und zu allen seinen Kindern.
  1. Ich habe euch gelehrt, jene zu lieben, die sich eure Feinde nennen. Liebet sie und betet für sie zu eurem Vater Alaha, denn sie benötigen eure Liebe und Gebete am meisten.“
  1. Ein israelitischer Heiler-Jünger fragte: „Malpana, was ist, wenn einer, der sich mein Feind nennt, die Absicht hat, mich zu töten?“ „Dich zu töten?“, antwortete der Gott-Mensch.
  1. „Wie könnte jemand dich töten? Dein Bruder, der in der Dunkelheit des Unwissens ist, kann deinen grobstofflichen Körper töten, doch er kann dich nicht töten.
  1. Denn du bist nicht dieser Körper. Du bist eine unsterbliche Seele, die kein Mensch töten kann.“ Und Joshua wiederholte, was er schon oft gesagt hatte, auf Aramäisch:
  1. In jenem Augenblick freuet euch darüber und jubelt, denn der Lohn ist gross im Himmelreich! Ebenso hat man ja auch die Propheten vor euch verfolgt. Matthäus 5:12
  1. „Meine Geliebten, ihr alle. Ich werde euch und der ganzen Menschheit die Wahrheit dessen, was ich euch lehrte, beweisen.
  1. Ich werde beweisen, dass ein Mensch nicht sein grobstofflicher Körper ist, sondern ein unsterbliches Geist-Seelen-Ego. Wahrlich, ihr seid die Kinder Alahas.
  1. Ich werde es euren Brüdern, die ihr als Böse bezeichnet, gestatten, mich zu verhaften, denn es ist Alahas Wille, dass die Wahrheit nicht nur in Worten, sondern in Taten demonstriert wird.
  1. Ich werde dem Sanhedrin erlauben, mich zu verhaften und mich zum Tode zu verurteilen. Ich habe euch gesagt, was dann geschehen wird.
  1. Sie werden meinen grobstofflichen Körper an ein hölzernes Kreuz schlagen. Gute Menschen werden ihn herunternehmen und ihn in ein Grab legen.
  1. In drei Tagen werde ich ihn heilen, auferstehen lassen und wieder in ihn eingehen. Und in diesem Körper werde ich zu den meisten von euch kommen, die ihr hier vor mir seid.
  1. Denn dies ist mein Sieg über den Tod als Menschensohn, als ein Mensch wie ihr.
  1. Ich werde meine menschliche Natur erheben, in die Himmel, von denen ich in die Welt kam, und ich werde die ganze Menschheit zu mir in die Himmel emporziehen.“
  1. „Malpana“, sagte ein Essener Heiler-Jünger, „warum drei Tage? Warum lässt du deinen Körper während drei Tagen im Grab?“
  1. Joshua antwortete: „Mein Lieber, ich werde jene drei Tage in der Welt, die ihr <die Welt der Toten> nennt, verbringen. Ich werde die Toten erwecken und jene, die nicht länger in den Welten ihrer Träume, ihrer enttäuschten Erwartungen bleiben wollen, werden zum Himmel aufsteigen.
  1. Denn ich bin nicht nur für euch gekommen, sondern auch für alle in den Welten anderer Dimensionen, die ihr die Welten der Toten nennt.“
  1. Nach dem Morgengottesdienst am ersten Tag des ungesäuerten Brotes sagte Joshua zu Rayis Rabbi Ephraim im Besuchszimmer: „Geliebter, das ist das letzte Mal, dass du mich so siehst, wie du mich jetzt siehst. Wie versprochen, wirst du mich am vierten Tag nach meiner Kreuzigung wieder sehen in diesem Zimmer, und zwar auferstanden in diesem Körper.
  1. Und du wirst mich in den folgenden fünfzig Tagen viele Male sehen, bis ich diesen Körper dematerialisiere. Lass keinen Kummer in deinem Herzen aufkommen.
  1. Wisse, dass ich für diese Stunde in die Welt gekommen bin. Geliebter Ephraim, Friede sei mit dir!“
  1. Joshua rief seine zwölf Apostel zusammen und sagte zu ihnen: „Meine Geliebten, ihr alle. Heute Abend werden wir zusammen in Aarons Haus das Abendessen einnehmen und nach dem Abendessen wird Alaha euch führen. Petros, Andreas und die Yiacoubs werden zum Markt gehen und einkaufen, was wir benötigen, fragt Maria, meine Mutter, und Aarons Schwester Hannah Maria, was zu kaufen ist.“
  1. Joshua rief Yiassounai zu sich und sagte: „Yiassounai, mein Lieber, geh mit den anderen zu Aarons Haus. Ich werde dich dort benötigen. Deine Mutter und deine Tante sind schon dort.
  1. Zu den anderen sagte Joshua: „Yiohannan und Simon werden mit mir nach Bethania zum Hause Simons, den wir vom Aussatz geheilt hatten, gehen. Dort sind viele Kranke und Behinderte, die auf uns warten.“
  1. In Simons Haus heilte Joshua vier Leidende, die der Essener Rabbi zu ihm gebracht hatte. Joshua bat den Rabbi, die andern, Essener und Israeliten, im Hof des Essener Tempels zu versammeln.
  1. An jenem letzten Tag gaben Joshua und Yiohannan mehr als hundert Menschen ihre Gesundheit und Energie zurück. Joshua, Yiohannan und Simon verbrachten an diesem Tag sechs Stunden in Bethania.
  1. Petros, Andreas, die Yiacoubs und Aaron hatten inzwischen die Einkäufe für das Abendessen besorgt und Maria die Mutter Joshuas, Hannah Maria, Myriam Shalome, Maria Magdalena, Aethra die Mutter Yiassounais und Yiassounais Tante Naomi bereiteten die Mahlzeit vor.
  1. In Aarons Garten, unter einem Feigenbaum, beschrieb Yiohannan für Philippos, Simon den Kanaaniter und Yiassounai die Beschaffenheit des Königreichs der Himmel. Simon war von Yiohannans Weisheit sehr beeindruckt. Yiassounai und Philippos kannten die Quelle dieser Weisheit, denn sie wussten, dass Yiohannan ein Erzengel im Eins-Sein des EL Shaddai war. Philippos offenbarte Simon die Wahrheit über Yiohannan, als dieser zu Joshua ging.
  1. In einem geräumigen Zimmer, das an eine grosse Küche angrenzte, im zweiten Stock, war ein Tisch mit dem Abendessen eingedeckt. Es gab ungesäuertes Brot, in Stücke aufgeschnittenen Käse, Berge von frischen Feigen, Datteln, gesalzene Mandeln, Trauben und Weinbeeren in grossen Tonschalen. Kleinere Tonschalen waren mit Honig, Milch, Sahne und gebratenen und gesalzenen Fischen gefüllt und Tonkrüge mit süßem Rotwein.
  1. Judas kam als letzter. Alle Apostel hatten ihre Füsse und Hände im Garten gewaschen und ihre Sandalen am Eingang des Zimmers gelassen. Sie saßen auf Hockern um den Tisch. Joshua sass an einer Seite in der Mitte. Zu seiner Rechten hatte er Yiohannan platziert, daneben Petros, Andreas, Philippos, Simon, Thomas und Nathanael (der auch Bartholomäus hieß). Zu Joshuas Linken waren Judas, Mattai, die zwei Yiacoubs, Shabbatai und Aaron.
  1. Joshua bat sie zu stehen, während er das Gebet zum Lobpreis Alahas sprach. Alsdann, als sie sich wieder gesetzt hatten, ging Joshua in die Küche und kam mit einem grossen Messingkessel, der mit warmem Wasser gefüllt war zurück. Yiassounai trug ein rundes hölzernes Waschbecken mit warmem Wasser und einigen Handtüchern.
  1. Joshua nahm ein Handtuch und bat Yiassounai, das Waschbecken bei Petros’ Füssen hinzustellen. Petros protestierte und zögerte sehr, seine Füsse vom Beni Alaha waschen zu lassen. Doch Joshua insistierte und schliesslich gab Petros nach und setzte seine Füsse ins Waschbecken. Joshua wusch seine Füsse, trocknete sie mit dem Handtuch und küsste sie.
  1. Yiassounai füllte das Waschbecken aus dem Kessel nach Bedarf auf. Joshua wusch Judas’ Füsse, trocknete und küsste sie. Er schaute mit Liebe und Mitleid zu Judas hoch.
  1. Als er die Füsse aller Apostel gewaschen hatte, sagte er zu ihnen: „Meine Geliebten, ein neues Gebot gebe ich euch: Liebet einander, wie ich euch liebe. Liebet einander und daran werden alle euch als meine Apostel erkennen.“
  1. Der Gott-Mensch nahm seinen Platz wieder ein und sie assen. Während des Essens sagte Joshua: „Einer von euch wird mich heute Nacht verraten.“
  1. Petros fragte Yiohannan flüsternd, welcher von ihnen das tun würde. Yiohannan kannte die Antwort, doch er gab vor, die Frage nicht gehört zu haben. Mehrere Stimmen fragten den Gottmenschen: „Wer von uns wird dich verraten? Judas sah Joshua an und sagte: „Dich verraten? Oder…“
  1. „Derjenige, dem ich ein in meinem Teller getunktes Stück Brot gebe“, sagte Joshua feierlich, „der wird mich verraten.“ Während er das sagte, nahm er ein Stück Brot, tunkte es und gab es Judas. „Was du vorhast“, sagte der Gott-Mensch, „mach es Judas nahm das Brot und verliess sie mit einem listigen Lächeln.
  1. Joshua gab seinen Aposteln Brot und sagte zu ihnen: „Nehmt und esst. Dies ist mein Leib, der allen gegeben wird, damit ihre Sünden vergeben werden.“ Er füllte eine grosse Tonschale mit Wein und gab sie ihnen zu trinken. Er sagte: „Nehmt und trinkt alle davon. Dies ist mein Blut, das allen gegeben wird, damit ihre Sünden vergeben werden.“
  1. Vor dem Passahfest aber, da Joshua wohl wusste, dass für ihn die Stunde gekommen sei, aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen, bewies er den Seinen, die in der Welt waren, die Liebe, die er zu ihnen gehegt hatte, bis zum letzten Augenblick. Es war bei einem Mahl, und schon hatte der Teufel dem Judas Iskariot, dem Sohne Simons, den Entschluss des Verrats eingegeben. Da Joshua nun wusste, dass der Vater ihm alles in die Hände gegeben hatte und dass er von Alaha ausgegangen sei und wieder zu Alaha hingehe, erhob er sich beim Mahl von seinem Platz, legte die Oberkleidung ab, nahm sein leinenen Schurz und band ihn sich um. Danach goss er Wasser in das Waschbecken und begann seinen Jüngern die Füsse zu waschen und sie mit dem leinenen Schurz, den er sich umgebunden hatte, abzutrocknen.
  1. So kam er denn auch zu Petros. Dieser sagte zu ihm: „Malpana, du willst mir die Füsse waschen?“ Joshua antwortete ihm mit den Worten: „Was ich damit tue, verstehst du jetzt noch nicht, du wirst es aber nachher verstehen“. Petros entgegnete ihm: „Nun und nimmer sollst du mir die Füsse waschen!“ Joshua antwortete ihm: „Wenn ich dich nicht wasche, so hast kein Anteil an mir.“ Da sagte Petros zu ihm: „Malpana, dann nicht nur meine Füsse, sondern auch die Hände und den Kopf!“ Joshua antwortete ihm: „Wer gebadet ist, dem braucht nichts weiter gewaschen zu werden als die Füsse, sondern er ist am ganzen Körper rein; und ihr seid rein, jedoch nicht alle.“ Er kannte nämlich seinen Verräter wohl; deshalb sagte er: „Ihr seid nicht alle rein.“
  1. Nachdem er ihnen nun die Füsse gewaschen und seine Oberkleidung wieder angelegt und seinen Platz am Tisch wieder eingenommen hatte, sagte er zu ihnen: „Versteht ihr, was ich an euch getan habe? Ihr redet mich mit Malpana und Mshiha an und habt recht mit dieser Benennung, denn ich bin es wirklich. Wenn nun ich, der Mshiha und der Malpana, euch die Füsse gewaschen habe, so seid auch ihr verpflichtet, einander die Füsse zu waschen; denn ein Vorbild habe ich euch gegeben, damit ihr ebenso machet, wie ich an euch getan habe. Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Ein Knecht steht nicht höher als sein Herr, und ein Sendebote nicht höher als sein Absender. Wenn ihr dies wisst, – selig seid ihr, wenn ihr danach handelt
  1. Nicht von euch allen rede ich; ich weiss ja, wie die beschaffen sind, welche ich erwählt habe; aber das Schriftwort muss erfüllt werden: <Der mein Brot isst, hat seine Ferse gegen mich erhoben.> Schon jetzt sage ich euch, noch bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschehen ist, glaubt, dass ich es bin. Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wer dann, wenn ich jemand sende, ihn aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.“
  1. Nach diesen Worten wurde Joshua im Geist aufs tiefste erschüttert und sprach es offen aus: „Wahrlich, wahrlich ich sage euch: einer von euch wird mich verraten!“ Da blickten die Jünger einander an und waren ratlos darüber, wen er meinte. Es hatte aber einer von seinen Jüngern bei Tisch seinen Platz an der Brust Joshuas; nämlich der, den Joshua lieb hatte. Diesem gab nun Simon Petros einen Wink und sagte ihm: „Lass uns wissen, wen er meint!“ Jener lehnte sich nun auch sogleich an die Brust Joshuas zurück und fragte ihn: „Mshiha, wer ist es?“ Da antwortete Joshua: „Der ist es, dem ich den Bissen eintauchen und reichen werde.“
  1. Darauf tauchte er den Bissen ein, nahm ihn und reichte ihn dem Judas Iskariot, dem Sohne Simons aus Kariot. Nachdem dieser den Bissen genommen hatte, fuhr der Satan in ihn hinein. Nun sagte Joshua zu ihm: „Was du vorhast, das tu bald!“ Was er damit hatte sagen wollen, verstand keiner von den Tischgenossen. Einige nämlich meinten, weil Judas die Kasse führte, wolle Joshua ihm sagen: „Kaufe das ein, was wir für das Fest nötig haben“, oder er solle den Armen etwas geben. Nachdem nun jener den Bissen genommen hatte, ging er sogleich hinaus. Es war aber Nacht.
  1. Nach seinem Weggang nun sagte Joshua: „Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht und Alaha ist in ihm verherrlicht worden! Wenn Alaha im Menschensohn verherrlicht ist, so wird Alaha auch ihn in sich selbst verherrlichen, und zwar wird er ihn sofort verherrlichen.
  1. Liebe Kinder, nur noch eine kurze Zeit bin ich bei euch; dann werdet ihr mich suchen, und, wie ich schon den Israeliten gesagt habe: <Wohin ich gehe, dahin könnt ihr nicht kommen>, so sage ich es jetzt auch euch
  1. Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander lieben sollt; wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“
  1. Da fragte ihn Simon Petros: „Mshiha, wohin gehst du?“ Joshua antwortete ihm: „Wohin ich gehe, dahin kannst du mir jetzt nicht folgen; du wirst mir aber später folgen.“ Petros antwortete ihm: „Mshiha, warum sollte ich dir jetzt nicht folgen können? Mein Leben will ich für dich hingeben!“ Da antwortete Joshua: „Dein leben willst du für mich hingeben? Wahrlich, wahrlich ich sage dir: „Der Hahn wird nicht krähen, bevor du mich dreimal verleugnet hast.“ (Johannes 13:1-38)
  1. „Euer Herz erschrecke nicht! Vertrauet auf Alaha und vertrauet auf mich! In meines Vaters Hause sind viel Wohnungen; wenn es nicht so wäre, hätte ich es euch gesagt; denn ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten; und wenn ich hingegangen bin und euch eine Stätte bereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit da, wo ich bin, auch ihr seid. Und wohin ich gehe: – den Weg dahin kennt ihr.“ Da sagte Thomas zu Joshua: „Mshiha, wir wissen nicht, wohin du gehst: wie sollten wir da den Weg kennen?“ Joshua antwortete ihm:
  1. „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater Alaha außer durch mich.
  1. Wenn ihr mich erkannt hättet, würdet ihr auch meinen Vater kennen; von jetzt an kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.“ Philippos sagte zu ihm: „Mshiha, zeige uns den Vater: das genügt uns.
  1. “Da sagte Joshua: „So lange Zeit schon bin ich mit euch zusammen, und du hast mich noch nicht erkannt, Philippos?
  1. Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen; wie kannst du sagen: <zeige uns den Vater!> Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist?
  1. Die Worte, die ich zu euch rede, spreche ich nicht von mir selbst aus, nein, der Vater, der dauernd in mir ist, der tut seine Werke.
  1. Glaubet mir, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist; wo nicht, so glaubt doch um der Werke selbst willen!
  1. Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich tue, auch vollbringen; denn ich gehe zum Vater, und alles, um was ihr in meinem Namen bitten werdet, so werde ich es tun. – Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten; und ich werde den Vater Alaha bitten und Alaha wird euch einen anderen Helfer geben, damit er bis in Ewigkeit bei euch sei: den heiligen Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und ihn nicht erkennt; ihr aber erkennt ihn, weil der Heilige Geist bei euch bleibt und in euch sein wird. – Ich will euch nicht verwaist zurücklassen: ich komme zu euch!
  1. Nur noch eine kurze Zeit, dann sieht mich die Welt nicht mehr; ihr aber seht mich, dass ich lebe, und ihr sollt auch leben!
  1. An jenem Tage werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater Alaha bin und ihr in mir seid und ich in euch. Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, wird von Alaha, meinem Vater, geliebt werden, und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren..“ Da fragte ihn Judas – nicht der Iskariot – : „Mshiha, wie kommt es, dass du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt?“ Joshua antwortete ihm mit den Worten:
  1. „Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir, mein Vater Allaha und ich, werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.
  1. Wer mich nicht liebt, hält auch meine Worte nicht; und doch kommt das Wort, das ihr hört, nicht von mir, sondern vom Vater Alaha, der mich in die Welt gesandt hat.
  1. Dies habe ich zu euch geredet, während ich bei euch weilte. Der Helfer aber, der Heilige Geist, den Alaha der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch über alles belehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe: <Ich gehe hin und komme wieder zu euch.> Hättet ihr mich lieb, so hättet ihr euch gefreut, dass ich zum Vater Alaha gehe, denn der Vater ist größer als ich. Und schon jetzt habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr zum Glauben kommt, wenn es geschieht. Ich werde nicht mehr viel mit euch reden, denn es kommt der wahnsinnige Fürst der Welt; doch über mich hat er keine Macht. Damit aber die Welt erkennt, dass ich Alaha den Vater liebe und so tue, wie der Vater mir geboten hat: – erhebet euch! Lasst uns von hier aufbrechen!“  (Johannes 14:1-31)
  1. Joshua bedankte sich bei Aaron und Hannah Maria dafür, dass sie ihr Haus freundlicherweise zur Verfügung gestellt hatten, damit er mit seinen Aposteln dieses letzte Abendmahl einnehmen konnte. Und er dankte ihnen für die große Liebe, die sie seiner Mutter Maria und Maria Magdalena entgegengebracht hatten, als sie diesen vergangenen Monat Gäste in ihren Hause waren. Der Gott-Mensch versammelte den ganzen Haushalt im Raum, in dem sie gegessen hatten, um mit ihm sein Gebet zum Lobpreis Alahas zu singen.
  1. „Unser himmlischer Vater, heilig ist dein Name. Dein Reich ist auch hier. Dein Wille geschieht in den Himmeln, wie auf Erden. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. So ist es.“
  1. Yiassounai war wiederum den Tränen nahe. Yiohannan sprach leise zu ihm: „Sounai, beruhige dich. Alahas Wille geschehe.“ Yiohannan bat seine Tante Maria, Joshuas Mutter, die Nacht in Hannah Marias Haus zu verbringen, mit ihrer Schwester Myriam Shalome, Maria Magdalena, Yiassounai, Aethra und Naomi.
  1. Joshua umarmte und küsste seine Mutter und Myriam Shalome, bevor er Hannah Marias Haus verliess und mit acht seiner Apostel, Yiohannan, den Yicoubs, Petros, Andreas, Philippos, Simon und Matai, in den Garten Gethsemane, einen Olivenhain, der sechshundert Yards von Aarons Haus entfernt war, ging. Das war der Ort, wo Joshua mit Yiohannan und den Yiacoubs viele mondhelle Nächte im Gebet zu Alaha verbracht hatte. Judas Iskariot kannte diesen Ort gut.
  1. In Gethsemane

Joshua, der Menschensohn, sass auf einem flachen Stein unter einem grossen Olivenbaum und sagte zu seinen Aposteln, die mit gekreuzten Beinen vor ihm auf dem Boden saßen:

  1. „Meine Geliebten, ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, entfernt er, und jede die Frucht bringt, reinigt er, damit sie noch mehr Frucht bringe. Ihr seid bereits rein infolge des Wortes, das ich zu euch geredet habe: bleibt in mir, so bleibe ich in euch. Wie die Rebe nicht von sich selbst aus Frucht bringen kann, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr es nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt.
  1. Ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben: wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reichlich Frucht; dagegen ohne mich könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie die Rebe und verdorrt; man sammelt sie dann und wirft sie ins Feuer: da verbrennen sie.
  1. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, dann bittet, um was ihr wollt: es wird euch zuteil werden. Dadurch ist mein Vater verherrlicht, dass ihr reichlich Frucht bringt und euch als meine Jünger erweist.
  1. Wie mich der Vater Alaha geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt: bleibet in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, gleich wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und damit in Alahas Liebe bleibe. Dies habe ich zu euch geredet, damit die Freude, wie ich sie habe, auch in euch sei und eure Freude vollkommen werde.
  1. Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe. Größere Liebe kann niemand haben als die, dass er sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.
  1. Ich nenne euch nicht mehr Knechte, denn der Knecht hat keine Einsicht in das Tun seines Herrn; vielmehr habe ich euch Geliebte genannt, weil ich euch alles kundgetan habe, was ich von meinem Vater Alaha gehört habe.
  1. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und euch dazu bestellt, dass ihr hingehen und Frucht bringen sollt und eure Frucht eine bleibende sei, auf der Vater Alaha euch alles gebe, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. Dies ist mein Gebot an euch, dass ihr einander liebet.
  1. Wenn die Welt euch hasst, so bedenkt, dass sie mich noch eher als euch gehasst hat! Wenn ihr aus der Welt wärt, so würde die Welt euch als das zu ihr Gehörige lieben; weil ihr aber nicht aus der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt heraus erwählt habe, deshalb hasst euch die Welt.
  1. Gedenkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: <Ein Knecht ist nicht höher als sein Herr.> Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen; haben sie mein Wort befolgt, so werden sie auch das eure befolgen. Dies alles aber werden sie euch um meines Namens willen antun, weil sie den nicht kennen, der mich gesandt hat. Wenn ich nicht gekommen wäre und nicht zu ihnen geredet hätte, so wären sie frei von Verschulden; so aber haben sie keine Entschuldigung für ihr Verschulden.
  1. Wer mich hasst, der hasst auch meinen Vater. Wenn ich nicht solche Werke unter ihnen getan hätte, wie kein anderer sie getan hat, so wären sie frei von Verschulden; so aber haben sie gesehen und doch sowohl mich als auch Alaha, den himmlischen Vater, gehasst.
  1. Aber es muss das Wort, das in ihren Gesetz geschrieben steht, erfüllt werden: <Sie haben mich ohne Grund gehasst.> Wenn aber der Helfer kommt, der Heilige Geist, Alaha Shekhinah, den ich euch vom Vater Alaha her senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater Alaha ausgeht, der wird Zeugnis über mich ablegen. Doch auch ihr seid meine Zeugen, weil ihr von Anfang an bei mir seid.“  (Johannes 15:1-27)
  1. „Dies habe ich euch gesagt, damit ihr nicht Anstoss nehmt. Man wird euch in den Bann tun; ja es kommt die Stunde, wo jeder, der euch tötet, Alaha eine Opfergabe darzubringen meint.
  1. Und so werden sie verfahren, weil sie weder den Vater Alaha noch mich erkannt haben. Aber ich habe euch dies gesagt, damit, wenn die Stunde der Erfüllung kommt, ihr daran gedenkt, dass ich es euch gesagt habe. Dies habe ich euch aber nicht gleich anfangs gesagt, weil ich noch bei euch war. (Johannes 16:1-4)
  1. „Nur noch eine kurze Zeit, so seht ihr mich nicht mehr: dann wieder eine kurze Zeit, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zu meinem Vater Alaha. Wahrlich, wahrlich ich sage euch: ihr werdet weinen und wehklagen, die Welt aber wird sich freuen; ihr werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit wird zur Freude werden. So seid auch ihr jetzt in Traurigkeit; aber ich werde euch wieder sehen: dann wird euer Herz sich freuen, und niemand wird euch eure Freude, rauben können. (Johannes 16:16, 20, 22)
  1. Joshua sah, dass seine Apostel erschöpft waren. Nachdem er ihnen noch ein paar Anweisungen gegeben hatte, gab er Yiohannan, Yiacoub, dem Sohn Yioussoufs, und Petros ein Zeichen, ihm zu folgen. Sie liessen die anderen zurück, damit sie eine Weile schlafen konnten.
  1. Nach einem kurzen Stück des Weges, bat Joshua seine Begleiter, mit ihm zu Alaha zu beten. Joshua ging einige Yards weiter, kniete bei einem Felsen nieder, legte seine Stirne auf ihn und betete.
  1. Er sah voraus, was über die Jahrhunderte in seinem Namen und im Namen seines himmlischen Vaters Alaha geschehen würde. Er sah voraus, wie Götzenanbeter seine Nachfolger verfolgen.
  1. Er sah voraus, wie seine Nachfolger, die sich Christen nennen werden, seine Lehre der Liebe zu Alaha und der Liebe zu den Menschen verdrehen und neue Dogmen und ketzerische Lehren aufstellen und einander töten.
  1. Er sah voraus, wie so genannte christliche Nationen anderen christlichen Nationen in seinem Namen und dem heiligen Namen Alahas den Krieg erklären.
  1. Er sah Gewalttätigkeit, Grausamkeiten, Folter, das Verbrennen von Ketzern, er sah Kriege und weinte. Tränen rannen über seine Wangen des Menschensohnes, des Gott-Menschen Joshua.
  1. „Heiliger Vater Alaha, dieser Kelch ist mit soviel Menschenblut gefüllt, das über so viele Jahrhunderte vergossen wird, das Blut der Opfer und das Blut der Täter, mein Blut, das Blut des Menschensohnes.
  1. Mein Heiliger Vater, wenn es möglich ist, so lass diesen Kelch an mir vorübergehen. Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst.“
  1. Joshua kehrte zu den Aposteln zurück. Nur Yiohannan war wach und sah ihn mit viel Liebe an, denn Yiohannan war in vollständigem Eins-Sein mit Joshua und wusste, was der Gott-Mensch als Menschensohn vorausgesehen hatte. Joshua sagte zu ihm auf Griechisch: „Tief betrübt ist meine Seele bis zum Tode.“
  1. Joshua kehrte zum Felsen zurück, wo er niederkniete und seinen Vater anbetete. Wiederum kam Joshua zu seinen schlafenden Aposteln zurück und sagte zu ihnen: „Ihr schlaft und ruht euch aus, doch die Stunde ist gekommen, da der Menschensohn verraten und den Sündern übergeben wird. Steht jetzt auf. Wir wollen gehen. Der Verräter ist Nahe.“
  1. Nachdem Joshua so geredet hatte, ging er mit seinen Jüngern hinaus über den Bach Kidron hinüber an einen Ort, wo ein Garten war, in dem er mit seinen Jüngern eintrat. Aber auch Judas, sein Verräter, kannte diesen Ort, weil Joshua dort oft mit seinen Jüngern zusammengekommen war. Nachdem nun Judas die Abteilung Soldaten des Sanhedrin und Diener der israelitischen Rayis Rabbis und Pharisäer erhalten hatte, kam er mit Fackeln, Laternen und Waffen dorthin.
  1. Wiewohl nun Joshua wusste, was über ihn kommen würde, trat er doch hinaus und fragte sie: „Wen sucht ihr?“ Sie antworteten ihm: „Joshua von Nazareth.“ Joshua sagte zu ihnen: „Ich bin Joshua von Nazareth.“ Auch Judas, sein Verräter stand bei ihnen. Als nun Joshua nun zu ihnen sagte: „Ich bin Joshua von Nazareth!“, wichen sie zurück und fielen zu Boden. Da fragte Joshua sie nochmals: „Wen sucht ihr?“ Sie sagten: “Joshua von Nazareth.“ Joshua antwortete: „Ich habe euch gesagt, dass ich es bin.
  1. Wenn ihr mich also sucht, so lasst diese hier gehen!“ So sollte sich das Wort erfüllen, das er ausgesprochen hatte: „Ich habe keinen von denen, die du mir gegeben hast, verloren gehen lassen.“
  1. Da nun Petros ein Schwert bei sich hatte, zog er es heraus, schlug damit nach dem Knechte des Rayis Rabbi und hieb ihm das rechte Ohr ab; der Knecht hieß Malchus. Joshua hob das abgeschlagene rechte Ohr des Malchus vom Boden auf, hielt es an Malchus’ Wunde und heilte ihn. Zu Petros sagte Joshua: „Petros, stecke das Schwert in die Scheide! Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gereicht hat?“ (Johannes 18:1-11)
  1. Da sagte Joshua zu ihm: „Stecke dein Schwert wieder an seinen Ort! Denn wer zum Schwert greift, wird durchs Schwert umkommen!“              (Matthäus 26:52)
  1. Joshua sagte dies auf Aramäisch, so dass es alle verstehen konnten. Zu seinen Aposteln sagte Joshua, sie sollten in aller Stille gehen. Er sah unter den Männern drei israelitische Rayis Rabbis des Sanhedrin und zwei andere israelitische Rabbis. Er sagte zu ihnen:
  1. „Meine guten Rabbis, jeden Tag, den ich in Yerushalayim verbrachte, habt ihr mich in den Synagogen und in den Tempeln predigen, lehren und heilen sehen. Zwei von euch haben mich in der Essener Synagoge gehört und in euren Synagogen, wohin ich eingeladen war.
  1. Ihr hattet viele Gelegenheiten, mich bei Tageslicht zu verhaften. Und doch kommt ihr in der Dunkelheit der Nacht, mit bewaffneten Männern. Ist der, den ihr verhaften wollt, ein Dieb?“
  1. Während er sprach, näherte sich Judas Iskariot Joshua, umarmte ihn und küsste ihn und sagte: „Rabbi, Rabbi, ich grüsse dich.“ Joshua sah ihn liebevoll an und sagte: „Judas, verrätst du den, der dich liebt, mit einem Kuss? Sie kennen mich alle, Judas.“ Und somit verhafteten die Soldaten des Sanhedrin auf Befehl der Rayis Rabbis den Gott-Menschen.
  1. Sie behandelten ihn grob und beschimpften ihn, um den Rabbis Freude zu bereiten. Sie schleppten ihn zum Hause Hannas, des Schwiegervaters, von Rayis Rabbi Kaiaphas, und kurz darauf zum Sanhedrin, wo Kaiaphas die Richter und einige sorgfältig ausgewählte Rayis Rabbis versammelt hatte. Er wollte schnell handeln.
  1. Die Männer aber, die Joshua aufgenommen hatten, führten ihn zum Rayis Rabbi Kaiaphas ab, wo die Schriftgelehrten und die Ältesten sich versammelten. Petros aber folgte ihm von fern bis zum Innenhof des Palastes des Rayis Rabbi, ging hinein und setzte sich dort unter den Dienern hin, um den Ausgang der Sache abzuwarten.
  1. Die Rayis Rabbis, die Ältesten und der gesamte Hohe Rat suchten nach einer falschen Zeugenaussage gegen Joshua, um ihn zu Tode verurteilen zu können; doch sie fanden keine, obgleich viele falsche Zeugen herzutraten. Zuletzt aber traten zwei auf und sagten aus: „Dieser Mensch behauptet: „Ich kann den Tempel Alahas abbrechen und ihn in drei Tagen wieder aufbauen.“
  1. Da stand der Rayis Rabbi Kaiaphas auf und fragte ihn: „Entgegnest du nichts auf das, was diese Zeugen gegen dich aussagen?“ Joshua aber schwieg. Da sagte der Rayis Rabbi Kaiaphas zu Joshua:
  1. „Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Alaha: Sage uns: bist du der Mshiha, der Sohn Alahas?“ Da gab Joshua ihm zur Antwort: „Ja ich bin es! Doch ich tue euch kund: von jetzt an werdet ihr den Menschensohn sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen auf den Wolken des Himmels.“
  1. Da zerriss der Rayis Rabbi Kaiaphas seine Kleider in großer Wut und sagte: „Er hat Gott gelästert! Wozu brauchen wir noch Zeugen? Jetzt habt ihr selbst die Gotteslästerung gehört! Was urteilt ihr?“ Die Sanhedrin Richter gaben die Erklärung ab: „Er ist des Todes schuldig!“
  1. Hierauf spien sie ihm ins Gesicht schlugen ihn mit den Fäusten; andere gaben ihm Backenstreiche und sagten: „Weissage uns, Mshiha! Wer ist es, der dich geschlagen hat?“
  1. Petros aber sass draußen im Hof. Da trat eine Magd auf ihn zu und sagte: „Du bist auch bei Joshua, dem Galiläer, gewesen!“ Er aber leugnete vor allen und sagte: „Ich verstehe nicht was du da sagst!“
  1. Als er dann die Torhalle hinausgegangen war, bemerkte ihn eine andere Magd und sagte zu den Leuten dort: „Dieser ist auch mit Joshua von Nazareth zusammen gewesen!“ Da leugnete er wieder, mit dem Eid: „Ich kenne den Menschen nicht!“ Nach einer kleinen Weile aber traten die Leute, die dort standen, hinzu und sagte zu Petros: „Wahrhaftig, du gehörst auch zu ihnen: schon deine Sprache verrät dich!“
  1. Da fing er an, sich zu verfluchen und zu schwören: „Ich kenne den Menschen nicht!“ Und sogleich darauf krähte der Hahn. Da dachte Petros an das Wort Joshuas, der ihn gesagt hatte: „Petros, noch ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ Und er ging hinaus und weinte bitterlich. (Matthäus 26:57-75)
  1. Judas hielt sich in der dunklen Ecke der Halle versteckt und schaute zu, wie der Menschensohn von den Urteilsvollstreckern des Sanhedrins und anderen geschlagen und getreten wurde. Er sah die Verletzungen und das Blut auf Joshuas Gesicht und Körper. Er suchte den Zeloten, der ihn überzeugt hatte, in dieser Nacht die Soldaten zu Joshua zu führen, und sagte in ängstlicher Sorge: „Freund, Kaiaphas hat uns betrogen. Hat er mir nicht versprochen, dass Joshua kein Leid geschehen werde? Dass er ihn nur überzeugen wolle, seine Kräfte gegen die Römer zu gebrauchen?“
  1. „Welche Kräfte, du dummer Kerl“, höhnte er spöttisch. „Wo sind diese sagenhafte „Kräfte“ jetzt? Der Sanhedrin hatte die Absicht ihn zu verhaften und früher oder später hätten sie es getan. Worüber beklagst du dich? Du hast dafür, dass du ihnen gezeigt hast, wo er war, dreißig Silberstücke bekommen.“
  1. Während die Urteilsvollstrecker Joshua brutal behandelten, sagte Kaiaphas zu den Richtern: „Ehrenwerte Richter des Sanhedrin, ihr habt diesen Essener Rabbi einstimmig zum Tode verurteilt wegen Gotteslästerung.
  1. Ich schlage vor, dass er morgen auf dem Kalvarienberg gekreuzigt wird. Das hölzerne Kreuz wird jetzt angefertigt. Wir brauchen die Genehmigung des römischen Statthalters Pontius Pilatus. Sehr früh am Morgen, werden wir alle mit dem Mann zu Pilatus gehen. Wir werden eine grosse, lärmende Menschenmenge organisieren, die laut schreiend den Tod dieses Esseners verlangt. Als Essener untersteht er ja unserer Gerichtsbarkeit.“
  1. Am nächsten Morgen, wenige Minuten nach Sonnenaufgang, wurde Joshua, verletzt und verwundet, vor Pontius Pilatus geschleppt.
  1. Lucius, der Privatsekretär des Statthalters, unterrichtet Pilatus, dass Kaiaphas und fünf Richter des Sanhedrins mit einem Essener Rabbi, der offensichtlich körperlich misshandelt worden sei gekommen seien. Lucius hatte von Flaviano und von Claudia, der Ehefrau von Pilatus, viel über den Essener Rabbi Joshua gehört und eilte in die Gemächer von Claudia, um ihr zu berichten, was geschehen war. 
  1. Vier römische Schwertträger führten Joshua vor den römischen Statthalter. Ein israelitischer Übersetzer übersetzte die von Kaiaphas und den fünf Richtern vorgetragenen Beschuldigungen gegen den Essener Rabbi ins Lateinische.
  1. Pontius Pilatus sagte zu Joshua. „Non audis quanta adversum te dicunt testimonica? (Hörst du nicht, was sie alles gegen dich aussagen?) Der Gott-Mensch schwieg. „Tu es rex Iudaeorum ?“ (Bist du der König der Juden?), fragte ihn Pontius Pilatus.
  1. Joshua antwortete auf Lateinisch: „A temetipso hoc dicis an alii dixerunt tibi de me? (Fragst du so von dir selbst aus, oder haben andere es von mir gesagt?)
  1. „Nunquid ege Iudaeus sum?“ (Bin ich denn ein Jude?), sagte der Statthalter. „Gens tua et pontfices tradiderunt te mihi: quid fecisti?“ (Dein Volk und die Rayis Rabbis haben dich mir überantwortet: was hast du verbrochen?) Und wiederum fragte der römische Statthalter: „Tu es rex?“ (Bist du ein König?)
  1. Joshua sagte: „Regnum meum non est de hoc mundo. Si ex hoc mundo esset regnum meum, ministri mei utique decertarent ut non traderer Iudaeis; nunc autem regnum meum non est hinc“ ( Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, so würden meine Diener kämpfen, damit ich den Juden nicht überliefert würde; nun aber ist mein Reich nicht von hier).
  1. „Ergo rex es tu?“ (Ein König bist du also?), sagte der Statthalter. Joshua antwortete ihm und sagte: „Tu dcis quia rex sum ego. Ego in hoc natus sum et ad hoc veni in mundum ut testimonium perhibeam veritani: Omnis qui est ex veritate audit voceum meam.  (Du sagst es. Ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, um für die Wahrheit Zeugnis abzulegen; jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme).
  1. Lächelnd sagte der Statthalter: „Quid est veritas?“ (Was ist Wahrheit?)
  1. Pontius Pilatus wandte sich an die Richter des Sanhedrin und sagte: „Nehmt ihn. Ihr seid seine Richter. Als Essener untersteht er eurer Gerichtsbarkeit. Ich übergebe ihn eurem König Herodes. Ich möchte seine Meinung hören.“
  1. Kaiaphas antwortete: „Exzellenz, die Richter des Sanhedrin haben ihn auf Grund des Mosaischen Gesetzes für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Wir sind hier, um nach den Vorschriften des Cäsaren deine Genehmigung zur Vollstreckung des Urteils einzuholen“.
  1. Pontius Pilatus rief seinen Privatsekretär und sagte zu ihm: „Lucius, sag dem Zenturio, dass er diesen Essener Rabbi mit zehn Schwertträgern zum Palast des Königs Herodes bringen soll, und du gehst mit ihnen. Die ehrenwerten Richter des Sanhedrin und der Rayis Rabbi Kaiaphas werden mit dir gehen: Ich will zu diesem Fall die Meinung Herodes’ kennen. Letztlich untersteht der Mann als Essener der Gerichtsbarkeit Herodes’.“
  1. Sie gingen zu Fuss zum Palast, der nicht allzu weit entfernt war. Kaiaphas und die Richter sprachen privat mit dem König, der nach der Audienz zornig auftrat: „Du bist also der König der Israeliten“, sagte er und starrte Joshua hasserfüllt an. „Wer bin ich den?“ Er hob seine Hand und gab dem Gott-Menschen einen Hieb ins Gesicht, der eine anschwellenden blauen Flecken hinterließ. Verborgen in einer Ecke des Zimmers stand Judas als schweigender Zeuge.
  1. Herodes lachte laut und freudlos und sagte zu seinen Wächtern: „Der König der Juden ist er? Gut, dann wollen wir uns diesen König der Juden anschauen.“ Herodes befahl seinen Wächtern eine Krone aus dem Skurupathea-Busch, der den Garten des Palastes einsäumte, zu machen. Die Dornen dieses Busches waren lang und spitz wie Nägel. Herodes befahl den Wächtern, Joshuas langes, weisses Gewand, das zerrissen und blutbefleckt war, auszuziehen und durch ein scharlachrotes zu ersetzen, das schmutzige und auch zerrissen und bereits in den Abfall geworfen worden war.
  1. Ein anderer Wächter musste einen dicken, etwa drei Fuss langen Stock holen, den die Diener gebraucht hatten, um die Tonröhren zu entstopfen, durch die das schmutzige Wasser der Küche abfloss. Ein Diener rieb den Stock ab und brachte ihn Herodes, der sagte: „Gib ihn unserem König. Ein König muss ein Symbol seiner Macht in der Hand halten.“
  1. Herodes befahl dem Wächter, der die Dornenkrone hereingebracht hatte, diese mit Kraft auf den Kopf Joshuas zu setzen, um den „König“ zu krönen. Die spitzen Dornen durchstachen seine Haut und Blut lief über das Gesicht des Gott-Menschen.
  1. Auf Befehl des Königs schlugen und traten die Wächter den Gott-Menschen, bis Herodes des Spieles müde wurde und sagte: „Genug. Ich habe genug davon.“ Zu Kaiaphas sagte er: „Ehrwürdiger Rayis Rabbi und ehrenwerte Richter des Sanhedrin, sagt der römische Statthalter, dass ich mit dem Gerichtsurteil einverstanden bin. Dieser Mann ist ein gefährlicher Aufrührer. Er muss sterben. Nehmt ihn weg.“
  1. Der Zenturio und die Schwertträger kehrten mit dem Gefangenem zum römischen Statthalter zurück. Der Statthalter befahl ihnen, die Dornen von Joshuas Kopf zu entfernen und ihm sein Gewand zurückzugeben.
  1. Lucius, der über das, was er gesehen und gehört hatte, empört war, berichtete Pontius Pilatus alles, was geschehen war. „Mein lieber Lucius“, sagte der Statthalter, „Octaviano, Flaviano und meine Frau Claudia haben mir vieles über den Essener Rabbi erzählt. Claudia und Veronica sind untröstlich und weinen über die Geschehnis.
  1. Der Mann ist unschuldig. Er ist ein Träumer, doch was kann ich für ihn tun? Er ist ein Essener und dadurch untersteht er der Gerichtsbarkeit des Herodes und des Sanhedrin. Die Richter haben ihn zum Tode verurteilt.
  1. Wie oft habe ich diesen dummen Essenern zu ihrem Schutz das römische Bürgerrecht angeboten. Wenn dieser Rabbi ein römischer Bürger wäre, würde der Sanhedrin es nicht wagen ihn zu fassen. Höre, wie der Pöbel im Hof laut schreit. Die Leute werden für ihre Mühe vom Sanhedrin bezahlt.
  1. Ich werde diesen starrköpfigen Essenern eine Lektion erteilen. Ich werde sagen, dass ich diesen Mann nach dem römischen Gesetz für unschuldig halte. Komm, ich werde versuchen ihn zu retten.“
  1. Am Passah fest aber pflegte der römische Statthalter ihnen einen Gefangenen freizugeben, den sie sich erbaten. Nun sass damals ein unter dem Namen Barabbas bekannter Mensch im Gefängnis mit den Aufrührern, die beim Aufruhr einen Mord begannen hatten. So zog den die Volksmenge hinauf und begann um das zu bitten, was er ihnen gewöhnlich gewährte. Pilatus antwortete ihnen mit der Frage: “Wollt ihr, dass ich euch den König der Juden freigebe?“ Er war sich nämlich klar darüber geworden, dass die Rayis Rabbis ihn aus Neid überantwortet hatten. Die Rayis Rabbis aber hetzten die Volksmenge zu der Forderung auf, er möchte ihnen lieber den Barabbas freigeben. Nun richtete Pilatus nochmals die Frage an sie: „Was soll ich den mit dem machen, den ihr den König der Juden nennt? “Sie schrieen zurück: „Lass ihn kreuzigen!“ Um nun dem Volke den Willen zu tun, gab Pilatus ihnen Barabbas frei, Joshua aber übergab er zur Kreuzigung. (Markus 15:6-15)
  1. Der römische Statthalter bat Lucius, ihm ein Waschbecken mit Wasser zu bringen, und er sagte zu Kaiaphas, den Richtern und der Menge, als er seine Hände wusch: „Innocens ego sum a sanguine iusti huins. Vos videritis“ (Ich bin am Blut dieses Gerechten unschuldig: seht ihr zu).
  1. Zu Kaiaphas und den Richtern sagte er: „Ehrenwerte Richter des Sanhedrin. Ich als Statthalter, befehle euch, diesen Essener Rabbi, den ihr zum Tode verurteilt habt, zu kreuzigen. In euren Sanhedrin Gewändern werdet ihr die Prozession zum Kalvarienberg anführen. Ein römischer Zenturio wird euch mit seinen Lanzenträgern begleiten. Zwei Reihen von Lanzenträgern werden die Menge links und rechts zurückhalten.
  1. Sie werden die Abgrenzung bilden, indem jeder Lanzenträger ein Ende seiner Lanze in der rechten Hand hält und das andere Ende der Lanze des Hintermannes in seiner linken Hand.
  1. Die Richter werden in einem Abstand von fünfzehn bis zwanzig Fuss vor dem Essener Rabbi gehen, der sein Kreuz trägt. Ein Abstand von wiederum fünfzehn bis zwanzig Fuss soll ihn von der Menge trennen, mit einer Reihe von Lanzenträgern dazwischen. Keiner darf sich dem Gefangenen nähern ohne die Erlaubnis des Zenturio.
  1. Auf dem Kalvarienberg werden Lanzen- und Schwertträger einen Kreis bilden und die Menge zwanzig Fuss vom gekreuzigten Rabbi entfern halten. Die Richter werden innerhalb des Kreises, in einem Abstand von zehn Fuss stehen. Die Urteilsvollstrecker müssen sofort nach der Kreuzigung das Gelände verlassen.
  1. Ein Stück Holz wird oben auf das Kreuz genagelt. Darauf wird auf Lateinisch, Griechisch und Aramäisch geschrieben sein: „Joshua von Nazareth, der König der Juden.“
  1. Kaiaphas und die Richter wehrten sich gegen diesen letzten Befehl, doch Pontius Pilatus antwortete verärgert: „Quod scripsi scripsi“ (Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben).
  1. Kaiaphas und die Richter des Sanhedrin begaben sich zum Sitz des Sanhedrin, um ihre offiziellen Gewänder anzuziehen, wie der römische Statthalter sie angewiesen hatte.
  1. Dort wartete Judas auf sie, voller Zorn und in tiefer Verzweiflung klagte er sie an: „Lügner!“, schrie er, „Unmenschen! Mörder! Ihr habt mich belogen. Ihr habt mich betrogen. Joshua ist unschuldig, und ihr wisst es.“ Und er schleuderte die dreißig Silberstücke auf den Fußboden. Kaiaphas sammelte die Münzen ein und sagte: „Junger Mann, mach dich aus dem Staub. Wir haben jetzt keine Zeit zum Diskutieren.“
  1. Wie ein schwerer Stein lag die Verzweiflung auf dem Herzen Judas’. Er rannte, stolperte und fiel. Von Tränen blind, kam er zum Garten Gethsemane, zum Olivenbaum, unter dem sie, nur Stunden zuvor, zu Füssen Joshuas gesessen und seinen Unterweisungen zugehört hatten. „Joshua“, schluchzte Judas, „Letzte Nacht hast du mir meine Füsse gewaschen und sie geküsst. Was ist geschehen? Hast du deine Kräfte verloren? Ich wollte dich nur zwingen, sie zu gebrauchen.“ Und mit seinem Ledergürtel erhängte er sich an dem Baum.
  1. Früh an diesem Morgen war Petros zu Aarons Haus gegangen, um der Familie zu berichten, was in dieser dunklen Nacht vorgefallen war. Ein israelitischer Heiler-Jünger in der lärmenden Menge, die sich sammelte, erzählte ihnen unter Tränen, dass die römischen Soldaten in wenigen Minuten Joshua auf den Kalvarienberg führen und ihn dort kreuzigen würden.
  1. Maria, die Mutter des Gott-Menschen, Hannah Maria, Myriam Shalome, Maria Magdalena, Aethra und Naomi bereiteten sich hastig zum Gehen vor. Yiohannan und fünf israelitische Heiler-Jünger gingen mit ihnen. Sie fanden eine Stelle an der Spitze der Prozession, in der Nähe der Lanzenträger. Die Römerin Veronica ging auf Yiohannan zu, der sie zu seiner Mutter Myriam Shalome und seiner Tante Maria führte.
  1. Joshua mühte sich ab, den Hügel hochzusteigen. Er stolperte und fiel unter dem Gewicht des Kreuzes. Der Zenturio half ihm wieder auf die Beine.
  1. Yiassounai war an der Spitze der Prozession. Er hob auf der rechten Seite die Lanze eines Lanzenträgers und schlüpfte durch die Abgrenzung. Er sah, wie Joshua sein Kreuz trug, er sah sein zerrissenes und blutbeflecktes Gewand, seine blutenden Knie und sein angeschwollenes und verletztes Gesicht. Er schrie auf: „Nein! Nein!“
  1. Yiassounai versuchte, wieder unter der Lanze durchzuschlüpfen, ehe die Menge ihn erreichte. Das brachte den römischen Lanzenträger in solche Wut, dass er mit seinen schweren Sandalen mit aller Wucht auf Yiassounais rechten Fuss stampfte und seine Zehen zermalmte. Der Mann stiess Yiassounai zur Seite, so dass er in einem Graben landete.
  1. Das Blut floss aus den Wunden und in entsetzlichen Schmerzen kroch Yiassounai langsam zur Strasse, wo ihn ein Essener zu Pferd fand. Der Essener stieg aus dem Sattel und schrie: „Yiassounai, was ist mit dir geschehen?“ Yiassounai konnte nicht sprechen, er deutete nur weinend auf die Menge, die den Hügel hinaufging.
  1. Dunkle Wolken verdeckten die Sonne. Der Himmel wurde von Blitzen durchzogen und laute Donnerschläge folgten.
  1. Der Reiter hob Yiassounai auf und galoppierte mit ihm zu Yiassounais Haus. Er liess ihn am Tor zurück, schaute über seine Schultern zu dem heraufziehenden Sturm und galoppierte, Schlimmes ahnend, davon.
  1. Auf den Händen und Knien versuchte Yiassounai das Tor zu öffnen, als die Erde bebte und das Tor aufflog. Ein schwerer Stein fiel von der Mauer herunter, wenig Zoll vom Jungen entfernt. Vier Ziegen rannten verwirrt und verängstigt im Hof umher und suchten meckernd die Herde. Panik und Verwirrung herrschten in der ganzen Stadt. Nie zuvor hatte es in Palästina ein Erdbeben gegeben.
  1. Yiassounai kroch in einen Lagerraum im Hause, wo Flachsgarben aufgestapelt waren. Er warf sich auf eine der Garben. Dort liegend verliess er seinen grobstofflichen Körper und ging zum Kalvarienberg zu seinem vielgeliebten Joshua.
  1. Auf dem Weg zum Kalvarienberg stolperte Joshua nochmals und fiel. Veronica eilte zu ihm und sie und der Zenturio halfen ihm aufstehen. Weinend wischte Veronica mit ihrem Schal das Blut und den Schweiß aus seinem Gesicht. Kaiaphas und zwei der Richter kamen in die Nähe und protestierten wütend. Der Zenturio stiess sie weg und hieß sie im Befehlston, zurück zu ihren Plätzen zu gehen und zu schweigen. Veronica kehrte zu Maria zurück.
  1. Zum dritten Mal fiel Joshua hin. Diesmal landete das Kreuz auf ihm. Nachdem der Zenturios ihm aufgeholfen hatte, fragte er die Menge auf Lateinisch, ob einer gewillt wäre, das Kreuz zu tragen. Ein starker junger Essener, der die Sprache verstand, näherte sich mit Veronica. Und somit trug Simon, der Kyrener, aus Kyrenia auf der Insel Kittim (Zypern), das Kreuz des Gott-Menschen.
  1. Auf dem Hügel bildeten die römischen Lanzenträger einen Kreis, um die Menge zwanzig Fuss zurückzuhalten, wie es der Statthalter es befohlen hatte. Kaiaphas und die Richter standen zehn Fuss vom Ort der Hinrichtung.
  1. Die Urteilsvollstrecker nahmen Joshua sein Gewand ab und banden ein Stück Tuch um seine Hüfte. Das Kreuz lag auf dem Boden. Sie befahlen dem Menschensohn, seinen Körper mit dem Gesicht nach oben aufs Kreuz zu legen.
  1. Zwei von ihnen streckten seine Arme aus, die Handflächen nach oben. Einer der Urteilsvollstrecker hielt vier Nägel, sechs Zoll lang, mit grossen Köpfen. Er gab einen dieser Nägel dem Manne, der Joshuas rechte Hand hielt. Mit einem eisernen Hammer schlug ein anderer Urteilsvollstrecker den Nagel mit mehreren schweren Schlägen durch Joshuas Hand in den Kreuzbalken, bis er hinten drei Zoll aus dem Holzbalken herausragte. Und sie wiederholten diese unmenschliche Tat und nagelten auch die linke Hand und die beiden Füsse fest.
  1. Sie banden Joshuas Körper mit einem nassen Seil über seine Brust und unter seinen Armen am Kreuz fest. Dann richteten sie das Kreuz mit dem angenagelten Gott-Menschen auf und stellten es in ein achtzehn Zoll tiefe Loch. Dieses füllten sie mit schweren Steinen auf. Joshuas Füsse hingen etwa einen Fuss über dem Boden. Das Loch füllte sich mit seinem Blut. Das Blut floss aus seinem Körper, bis er starb. Neben ihm waren zwei Diebe an Kreuze gebunden und dem Tod durch Hitzschlag und Hunger ausgeliefert.
  1. AM KREUZ

Der Menschensohn, am Kreuz, war in Todesqual und doch hatte Joshua, seit der Stunde der Verhaftung alle Grausamkeiten und Qualen, die seinem grobstofflichen Körper zugefügt worden waren, mit ruhiger Gelassenheit ertragen.

  1. Kaiaphas und die Richter am Fuße des Kreuzes verhöhnten ihn gnadenlos. „Er beschwört die Dämonen in sich“; brüllte Kaiaphas. „Er kennt viele Tricks, mit denen er das Volk betrogen hat. Seht den Mshiha, den Sohn Alahas!“ sagte Kaiaphas höhnisch lachend. Er zeigte auf Joshua und fuhr fort:                
  1. Er gab andern das Leben. Sich selbst kann er nicht retten. Wenn er der König von Israel ist, so steige er jetzt vom Kreuz herab, dann wollen wir an ihn glauben.

 Joshuas Augen waren voller Mitleid. Er seufzte tief und sagte auf Aramäisch: Alaha, Alaha, warum hast du mich in ihnen verlassen.(Matthäus 27:46

  1. Der Menschensohn schaute auf seine Peiniger herab und sagte: „Mein Vater Alaha, vergib ihnen. Sie wissen nicht was sie tun.“
  1. Einer der Verbrecher sagte zu Joshua: „Hörst du nicht was sie sagen? Wenn du der Mshiha bist, der Sohn Alahas, so rette dich selbst. Und rette auch uns.“
  1. Der andere, der offensichtlich von den Lehren Joshuas gehört hatte, erwiderte: „Hast du denn nicht einmal Furcht vor Alaha? Wir leiden zu Recht, denn wir empfangen den Lohn für unsere Taten. Aber dieser Mensch hat nichts Unrechtes getan.“ Dann schaute er zu Joshua und sagte: „Mshiha, denke an mich, wenn du in dein Königreich der Himmel kommst.“
  1. Joshua schaute den sterbenden Mann mitfühlend und mit Liebe an und sagte leise:  „Wahrlich ich sage dir, deine Sünden sind vergeben. Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“
  1. Veronica ging auf den Zenturio zu und bat darum, dass die Mutter des gekreuzigten Rabbi und ein oder zwei Angehörige seiner Familie sich dem Kreuz nähern dürften. Der Zenturio bat sie um einige Minuten Geduld und ging zu Kaiaphas und den fünf Richtern des Sanhedrin. Er erhob seine Stimme und beinahe schreiend sagte er: „Habt ihr noch nicht genug? Seid ihr noch nicht zufrieden? Los, macht euch weg von hier, und zwar sofort, alle!“ Ungeduldig schickte er sie weg.
  1. Dann begleiteten der Zenturio und Veronica, Joshuas Mutter Maria, Myriam Shalome, Maria Magdalena und Yiohannan zu Joshua, der sie mit großer Liebe ansah. Zu seiner Mutter und zu Yiohannan sagte er auf Griechisch:
  1. „Mutter, er ist nun dein Sohn.“ Zu Yiohannan sagte er: Yiohannan, sie ist nun deine Mutter.“
  1. Yiohannan umarmte Maria und seine Mutter und zeigte dadurch seinem Vielgeliebten, dass auch Maria von nun an seine Mutter sein werde.
  1. Der Gott-Mensch lächelte Veronica und Maria Magdalena an und seufzte, worauf die Erde zum zweiten Mal bebte und das Sonnenlicht verblasste, wie das sterbende Licht einer Kerze.
  1. Joshua rief mit lauter Stimme auf Griechisch aus: Mein Vater, das Werk, das du mir aufgetragen hast habe ich vollendet. Mein Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist. Alles ist vollbracht.“
  1. Und der Menschensohn, der Gott-Mensch Joshua, tat seinen letzten Atemzug. Der Zenturio, der in der Nähe des Kreuzes stand, flüsterte Veronica zu: „Vere Filius Die erat iste.“ (Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen).
  1. Während dreier Stunden war die Erde in Dunkelheit gehüllt und sie bebte, als würde ihr Herz brechen. Blitze zuckten über den schwarzen Himmel und lautes Donnergrollen erfüllte die Luft. War das ein Ausdruck der Entrüstung der Erzengel, der Herren der Elemente? In panischer Angst stoben die Menschen auseinander und flüchteten. Yiohannan führte die Frauen zum Haus Hannah Maria.
  1. Veronica und der Zenturio blieben mit einigen Lanzenträgern beim Kreuz. Sie waren bis auf die Haut durchnässt und zitterten vor Kälte und Kummer. Veronica weinte und kniete zusammen mit dem Zenturio am Fuße des Kreuzes. Der Zenturio wiederholte auf Lateinisch: „Vere Filius Dei erat iste „ (Wahrlich, das ist der Sohn Gottes gewesen).
  1. Und so waren sie im Herzen mit den Aposteln verbunden, mit den „Apostoli“, als die ersten Christen – zwei Römer zu Füssen des gekreuzigten Mshiha.                                                                    35. Kapitel – Die Leidensgeschichte aus dem Buch: Joshua Immanuel der Christus: Sein Leben auf Erden und seine Lehre von Dr. Stylianos Atteshlis – bekannt als Daskalos
    Herausgeber: The Stoa Series P.O.Box 8347, 2020 Nicosia – ISBN 9963-8162-3-1
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