10. Juni – Das Ewige Leben

Aus dem Tolstoi Kalender der Weisheit – 10. Juni

Liebe   Wissenschaft   Seele

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Das wahre Leben findet ausserhalb von Zeit und Raum statt. Daher kann der Tod zwar die Lebensformen in der Welt verändern, das Leben an sich jedoch nicht vernichten. Tolstoi

Die Menschen werden geboren und existieren gleichsam als Teilerscheinungen Gottes, die deshalb auch nicht zugrunde gehen können – man kann sie aus den Augen verlieren, aber sie können nicht zugrunde gehen. Tolstoi

Versuche, mit jenem Teil deiner Seele zu leben, der die Ewigkeit begreift und den Tod nicht fürchtet. Dieser Teil deiner Seele ist die Liebe. Tolstoi

Wennsunflower-829967__180 du das Fliegen einmal erlebt hast, wirst du für immer auf Erden wandeln, mit deinen Augen himmelwärts gerichtet. Denn dort bist du gewesen und dort wird es dich immer wieder hinziehen. Leonardo da Vinci

Nur ein für andere gelebtes Leben ist lebenswert. Leben des Individiums hat nur Sinn im Dienst der Verschönerung und Veredelung des Lebens alles Lebendigen. Leben ist heilig, d.h. der höchste Wert, von dem alle Wertungen abhängen. Albert Einstein

Sternstunde Philosophie – Tod, Wiedergeburt, Ewiges Leben mit Religionswissenschaftler Michael von Brück

Des Mystikers Sicht: Joshua, Herr der Vergebung. 23. Kapitel  

Apadlocks-960979_960_720ls Joshua aus der Synagoge kam, heilte er auch jene, die sich in der Zwischenzeit im Tempelhof eingefunden hatten. Ein Mann mittleren Alter näherte sich ihm in großer Verzweiflung und sagte: „Ehrwürdiger Rabbi-Heiler, ich bin ein vom Unglück verfolgter Mann. Meine Frau leidet seit vielen Jahren an einer qualvollen Hautkrankheit. Sie kratzt sich, bis sie blutet. Mein zwölfjähriger jüngster Sohn ist gelähmt und meine achtjährige Tochter leidet an Epilepsie. Sie sind unterwegs von Bethanien, wo wir wohnen, doch sind sie noch nicht eingetroffen. Und du hast jetzt die Heilungen beendet und wirst gehen, bevor sie hier ankommen.“

„Mein lieber Dan“, sagte Joshua sanft, „ich werde morgen nach dem Morgengottesdienst hierher zurückkommen. Komme drei Stunden nach Sonnenaufgang wieder hierher mit deiner Familie.“ Und so wartete Dan mit seiner Frau und den Kindern im Hof der Synagoge. Joshua begrüßte sie und sagte: „Shlam, Dan. Rebecca, meine Liebe, steh auf.“ Er nahm ihre Hand und half ihr aufzustehen. Und die Frau fühlte Wärme durch ihren ganzen Körper fließen und sie war geheilt.

Der Junge lag auf einer grünen Wolldecke auf den Pflastersteinen, mit vor Angst aufgerissenen Augen. Joshua nahm seine rechte Hand und sagte: „Komm Reuben, du bist jetzt gesund. Ich helfe dir aufzustehen.“ Und der Junge konnte stehen, vollständig geheilt. Joshua umarmte ihn und sagte: „Reuben, du musst an Alaha glauben. Er liebt dich. Du musst dein Herz mit Liebe für Alaha und für alle andern Menschen füllen.“

Das Mädchen klammerte sich an seine Mutter. Der Gott-Mensch legte seine Hand auf ihren Kopf und sagte: „Hannah, schau mir in die Augen. Du bist jetzt gesund, mein Kind, und du wirst keine Anfälle und keine Krämpfe mehr haben.“ Dan starrte den Gott-Menschen in ehrfurchtsvoller Scheu und Verwirrung an. „Wie kommt es“, stotterte er, „dass du unsere Namen kennst? Bist du ein Prophet?“ Joshua erwiderte: „Ich bin der Eine, der euch alle liebt und alles über euch weiss.“

Mittlerweile waren zwei starke Männer in den Hof gekommen. Sie schleppten eine halb nackte junge Frau. Ihnen folgten zwölf weitere Männer, die mit Steinen bewaffnet waren, und ein abscheulich aussehenden Kerl, der an Krücken ging.

Die Frau hieß Susanna. Sie war ein sehr hübsches Mädchen von achtzehn Jahren, aber so arm, dass sie gezwungen war, jungen Israeliten ihren Körper in den Straßen gegen Geld anzubieten. Das hatte sie getan seit sie vierzehn Jahre alt war. Der gelähmte Mann war Nahum, ein reicher Mann mittleren Alters, den Susanna verschmäht hatte. Durch ihre Abweisung war Nahum so erzürnt, dass er einen jungen Mann gedungen hatte, das Mädchen in den Straßen von Yerushalayim zu vergewaltigen und sie sodann des Ehebruchs anzuschuldigen. Nahum hatte auch die anderen Männer bestellt, die sie steinigen sollten.

Zwei Pharisäer, zwei Schriftgelehrte und ein Rabbi hörten das Geschrei und kamen aus dem Tempel. Das Mädchen wurde vor sie geschleppt, um Anklage des Ehebruchs in der Öffentlichkeit zu erheben. Joshua näherte sich ihnen, was ein schlaues Lächeln auf die Lippen des Rabbi brachte, denn er sah in diesem Vorfall eine Gelegenheit, den Gott-Menschen in eine Falle zu locken. Susanna wurde gewaltsam zu Boden geworfen und Nahum hinkte nach vorne, um seine Anschuldigungen vorzubringen. Das Mosaische Gesetz schrieb vor, dass jede Frau, die im Ehebruch ertappt wurde, zu Tode gesteinigt werde.

Am folgenden Morgen jedoch fand er sich wieder im Tempel ein, und das gesamte Volk kam zu ihm; er setzte sich dann und lehrte sie. Da führten die Schriftgelehrten und Pharisäer eine Frau herbei, die beim Ehebruch ergriffen worden war, stellten sie in die Mitte und sagten zu ihm: „Malpana, diese Frau ist auf frischer Tat ergriffen worden. Nun hat Moses uns im Gesetz geboten, solche Frauen zu steinigen. Was sagst du nun dazu?“ Dies sagten sie aber, um ihn zu versuchen, damit sie einen Grund zur Anklage gegen ihn hätten. Joshua aber bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf den Erdboden. Als sie aber ihre Frage mehrfach wiederholten, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: „Wer unter euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein auf sie!“ Hierauf bückte er sich aufs Neue und schrieb auf dem Erdboden weiter. Als aber jene das gehört hatten, gingen sie einer nach dem andern weg, die Ältesten zuerst bis zu den Letzten und Joshua blieb allein zurück mit der Frau, die in der Mitte stand. Da richtete Joshua sich auf und fragte sie: „Frau, wo sind deine Ankläger? Hat keiner dich verurteilt?“ Sie antwortete: „Keiner Herr“ Da sagte Joshua: „Auch ich verurteile dich nicht: gehe hin und sündige hinfort nicht mehr!“ Nun redete Joshua aufs Neue zu ihnen und sagte: „Ich bin das Licht der Welt: wer mir nachfolgt, wird nicht in Finsternis wandeln, sondern das Licht des Lebens haben.“  (Johannes 8:2-12)

Susanna küsste die Hand Joshuas, ehe sie verwirrt und verängstigt wegging. Joshua wandte sich an den von Ehrfurcht ergriffenen Nahum, der immer noch einen Stein in seiner Hand hielt. „Nahum“, sagte Joshua, „wirf den Stein weg und entferne aus deinem Herzen den Dämon der Bosheit.“ Nahum starrte verwirrt und benommen vor sich hin und ließ den Stein fallen.

Kranke Menschen hinkten in den Hof oder wurden getragen und Joshua heilte sie alle. Nahums Schuldgefühl plagte ihn so sehr, dass er nicht wagte, den Gott-Menschen um Heilung zu bitten. Als er sah, wie andere gelähmte Menschen geheilt wurden, konnte er seine Tränen nicht zurückhalten. Joshua ging zu ihm hin, streichelte seinen Kopf und sagte: „Nahum, deine Sünden sind dir vergeben. Deine Tränen der Reue haben dein Herz rein gewaschen. Geh jetzt, denn du kannst gehen, und der barmherzige Alaha wird dir den Weg zeigen.“ Und somit wurden Nahums Körper und seine Persönlichkeit geheilt. Alles nun, was ihr von anderen Menschen erwartet, das erweist auch ihr ihnen ebenso. (Matthäus 7:12) 

Früh am nächsten Tag, nach dem Morgengottesdienst, ging Joshua in seine Räume, um seine Rückreise nach K’far Nahum vorzubereiten. Yiassounai brachte ihm warme Milch in einer Tonschale. Die Yiacoubs spannten die Pferde vor den Wagen und Stefanos rief Yiassounai, er solle ihm beim Aufladen der drei großen Körbe helfen. Sie enthielten Brote, Käse, hart gekochte Eier, frische und getrocknete Feigen und Datteln, Trauben und Weinbeeren und Tontöpfe mit Honig. Als sich Joshua in Ephraims Studierzimmer von ihm verabschiedete, gab Ephraim ihm Geld für den Bau Fonds in K’far Nahum. Der Fond diente dem Bau einfacher Wohnhäuser für Essener Flüchtlinge, die sich vor den Verfolgungen des Sanhedrins in Sicherheit bringen wollten.

Als der Wagen zur Abfahrt bereit war, brachte Yiassounai den Reisenden frische Blumen, Jasmin und Basilikum. Eine Stunde nach Sonnenuntergang kamen sie in Bethel an. Sie nahmen ihr Nachtessen in der Essener Herberge ein und setzten dann die Reise durch die ganze Nacht und den nächsten Morgen nach Sikhem fort. Nach dem Mittagessen in der dortigen Essener Herberge überquerten sie den Berg Beal auf einem Weg, der nordwestlich nach En-Gannim führte.

In En-Gannim heilte Joshua einige Menschen, die zu ihm kamen. Auf dem Weg nach Nazareth, über die mittlere Gilboa Gebirgskette, heilte er Aussätzige.

In Nazareth besuchte Joshua die Söhne Yioussoufs, seine sogenannten Stiefbrüder Yiossaphat, Simon und Judas. Yiacoub, der ebenfalls ein Sohn Yioussoufs war, freute sich sehr, mit seiner Familie wieder vereinigt zu sein. Sie blieben acht Stunden in Nazareth und dann, nach einer dreistündigen Reise, kamen sie zum Hause von Altai und Esther, einer der beiden Töchter Yioussoufs, in Kana. Dort verbrachten sie die Nacht und Yiacoub spielte vergnügt mit seinen zwei Neffen. Nach dem Abendbrot mit der Familie verbrachten Petros, Andreas, Yiacoub, Philippos und Nathanael die Nacht in der Essener Herberge eines guten Freundes.

Früh am nächsten Morgen reisten sie weiter nach Tiberias und folgten dann dem westlichen Ufer des Sees Genezareth nach Norden bis zur Herberge Mattais in Magdala. Diese Essener Herberge war in der Nähe des Essener Tempels, den Joshua und Yiohannan aufsuchten, während die anderen sich ausruhten. Joshua und Yiohannan beteten im Tempel, als der Rayis Rabbi von Magdala mit seinem Neffen Simon, der gesund und stark war, zu ihnen kam. Simon war der Bruder von Yiohannan dem Kanaaniter, einem Heiler-Jünger aus der Gruppe der Siebzig. Er trug jetzt das lange, weiße Gewand eines Essener Novizen mit einem weißen Käppchen. Der Junge rannte zu Joshua, der ihn umarmte, seine Augen küsste und sagte: „Simon, mein Lieber, du gehörst jetzt Alaha.“ „Und dir, mein vielgeliebter Mshiha“, sagte Simon, und in diesem Moment wurde er der jüngste Apostel Joshuas.

Joshua, Yiohannan und Simon gingen zur Herberge, um Simon den anderen Apostel vorzustellen. Simon, Philippos und Nathanael wurden enge Freunde. Beim Abendessen im Hause des Rayis Rabbi von Magdala bat Simon seinen Onkel um die Erlaubnis, mit Joshua nach K’far Nahum zu gehen, wo er mit seinem Bruder, Yiohannan dem Kanaaniter, leben könnte. Der Rayis Rabbi gab die Erlaubnis mit Freude und Joshua umarmte Simon und sagte: „Geliebter, eines Tages wirst du als Führer einer neuen religiösen Gemeinschaft in Palästina (S. 143) deine Brüder und Schwestern die Liebe Alahas für die Menschheit lehren. Und du wirst sie lehren, Alaha mit ihrem ganzen Herzen, mit ihrem ganzen Denken und mit ihrer ganzen Seele zu lieben, und du wirst sie taufen, im Namen Alahas und in meinem Namen.

Am nächsten Tag, nach dem Morgengottesdienst, als Joshua mit den anderen zur Herberge zurück ging, hörten sie laute Joshua bat die andern weiterzugehen, während er das Haus aufsuchte, aus dem das Geschrei kam.

In jenem Hause lebten Zakharias und sein jüngster Sohn Ehud. An jenem Morgen war Zakharias Nichte Maria aus Sidon zu Besuch gekommen. Maria war eine sehr schöne Frau von achtundzwanzig Jahren. Seit dreizehn Jahren hatte sie ihren Geburtsort Magdala nicht mehr gesehen. Ihre Eltern waren gestorben, als sie fünf Jahre alt war, und sie hatte bei ihrer Großmutter, der Mutter ihres Vaters und Zakharias gelebt. Die alte Frau arbeitete in einem Weinberg. Sie war sehr arm und das Mädchen ging oft zu Bett, nachdem es nur eine in Wasser aufgeweichte Kruste Brot gegessen hatte.

Zu jener Zeit lebte Zakharias mit seiner Frau und ihren drei Söhnen in Bethabara in einem sehr kleinen Miethaus, in zwei Zimmern. Er arbeitete in einer Bäckerei und verdiente nur knapp genug zum Leben. Seine Mutter hatte ihn oft gebeten, sie und Maria zu sich zu nehmen, aber das erschien ihm unmöglich. Als das Mädchen fünfzehn Jahre alt war, wurde seine Großmutter ernsthaft krank und in ein Essener Heim in Bethsaida gebracht. Eine griechische Familie hatte Maria als Dienerin nach Sidon mitgenommen.

Ein Jahr später arbeitete Maria in einer Taverne in Sidon. Sie bot ihren Körper jedem an, der bereit war, dafür zu bezahlen, sei er Grieche, Römer, Israelit oder Beduine. Innerhalb von zehn Jahren hatte sie ein großes Haus in der Nähe des Meeres, Juwelen und ein beachtliches Vermögen erworben. Sie war bekannt als „Maria Magdalena, die Bezaubernde“.

In der Zwischenzeit hatte der hart arbeitende Zakharias genug Geld gespart, um zurück nach Magdala zu übersiedeln. Sein ältester Sohn war verheiratet und blieb mit seiner Familie in Bethabara, doch der zweite Sohn und seine Frau kamen mit ihm, wie auch der jüngste Sohn Ehud, der Epileptiker und gelähmt war. Zakharias Frau war vor vielen Jahren gestorben. Er war in der Lage, ein großes Haus in Magdala in der Nähe des Meeres zu kaufen. Dort hatte er eine Bäckerei und eine Kuh im Stall.

An jenem Morgen, noch bevor Maria ankam, hatte Ehud die Kuh zur Weide gebracht. Auf dem Weg, in der Nähe der Hintertüre, lag frischer Kuhdung. Maria war in einem Pferdegespann angekommen, elegant gekleidet wie eine Edelfrau. Als ihr Onkel sie sah, rannte er zu ihr, beschimpfte sie, schlug sie und stieß sie ins Haus, wo sie zusammenbrach. Als Joshua eintrat, brüllte Zakharias immer noch laut und versetzte der am Boden liegenden Frau Tritte. Joshua befahl ihm aufzuhören und half Maria aufstehen. Ihr Gesicht war aufgeschwollen, stark verletzt und ihre eleganten Kleider waren blutverschmiert.

Joshua führte sie zu einem Hocker und bat die zitternde Frau, ihm in seine Augen zu sehen. Er trieb aus ihrer Persönlichkeit sieben menschliche Dämonen aus:1. Ehebruch; 2. Stolz; 3. Stehlen; 4. Lügen; 5. Grausamkeit; 6. Hass und Feindschaft; 7. Boshaftigkeit und Aggressivität.

Joshua nahm den weinenden Zakharias bei der Hand und führte ihn in den Garten. Dort materialisierte er eine goldene Münze und ließ sie in den Kuhfladen fallen. „Malpana“, sagte Zakharias, „eine Münze ist dir aus der Tasche deines Gewandes gefallen.“ Mit einem Stofffetzen klaubte er die Münze aus dem Dung, brachte sie zum Brunnen, wusch sie in einem Eimer Wasser sauber und scheuerte sie mit Sand. Er gab sie Joshua und sagte: „So, jetzt ist die Münze sauber. Gold im Dung ist immer noch Gold.“ „Ja, wahrhaftig, Zakharias“, sagte Joshua, „Gold im Dung ist immer noch Gold. Dieses Gold ist wie die Seele deiner Nichte, und ist eine Seele nicht wertvoller als Gold? Mit Wasser und Sand hast du die Münze gereinigt. Maria wäscht jetzt ihre Sünden weg mit Tränen der Reue. Marias Sünden sind vergeben. Gehe zu ihr, küsse sie und vergib ihr.“

Zakharias umarmte und küsste sie, er weinte mit ihr. Maria küsste die Hand ihres Onkels und verließ sein Haus. Sie nahm ihren Wagen und machte sich auf ihren Weg. Sie schloss sich einem Konvoi nach Sidon an.

Als Ehud mit seiner Kuh nach Hause hinkte, ging Joshua zu ihm, nahm seine Hand und sagte: „Ehud, schau mich an.“ Ehud spürte, wie Leben seinen Körper durchflutete, und er war geheilt. (S. 144) Joshua schenkte Zakharias die Goldmünze und ging zur Herberge zurück, wo seine Jünger sich für die Abreise bereitmachten. Simon war mit seinem Onkel, dem Rayis Rabbi von Magdala, zur Herberge gekommen. Er stieg in den Wagen und setzte sich neben Philippos. Sie verließen Magdala drei Stunden vor Sonnenuntergang und kamen um Mitternacht in K’far Nahum an. Simon, Nathanael und Philippos übernachteten mit Yiohannan im Hause Shabbatais. Die Yiacoubs versorgten die Pferde und Petros und Andreas gingen nach Hause.

Am nächsten Morgen war Rayis Rabbi Samuel entzückt, seinen geliebten Joshua im Tempel zu finden. Nach dem Morgengottesdienst nahmen Joshua, Yiohannan, Simon, Nathanael und Philippos das Frühstück mit Samuel ein, der Simon freudig willkommen hieß und ihm ein Zimmer im Bistum anbot. Da Simons Bruder, Yiohannan der Kanaaniter, mehr als eine Meile entfernt wohnte und Simon eifrig bedacht war, Joshua und dem Bistum zu dienen, nahm er dankbar an.

Joshua ging wie üblich, ans Ufer um zu heilen. Yiohannan, Simon, Philippos und Nathanael begleiteten ihn. Joshua bat Yiohannan und Simon, bei ihm zu bleiben, den Behinderten zu helfen und einen nach dem andern für die Heilung zu ihm zu führen und die lärmende Menge zu beschwichtigen. Philippos und Nathanael gingen unterdessen zu Yiacoub, der seinem Vater mit den Netzen auf seinem Fischerboot am Ufer half. An jenem Tag heilte der Gott-Mensch über zweihundert Menschen, darunter schwer und chronisch Kranke.

Eine Stunde vor Mittag stieg Joshua auf Shabbatais Schiff, stand auf dem Deck und sprach zu der auf dem Land Steg und am Ufer versammelten Menge. Joshua konnte hinter dem Ufer die Felder sehen, wo Männer die Erde pflügten und andere Weizen, Gerste, Hafer und Mais aussäten. Joshua segnete die Versammelten und sagte; „Meine Geliebten, ihr alle, Alahas Königreich ist auf Erden. Es ist überall und in jedem lebenden Geschöpf. Alahas Königreich ist in den Samen, den Samen jeglicher Art von Pflanzen; Alahas Königreich ist in der Eizelle, in den Eizellen aller Insekten, Reptilien, Fische und Wasservögel; und in den Eizellen aller Vögel, die in die Lüfte steigen. Alaha gewährt seiner ganzen Schöpfung, auf Grund Seiner Schaffensfreude, Seine Schöpferkraft und Seinen Segen.“

Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor: „Das Himmelreich ist einem Senfkorn vergleichbar, das ein Mann nahm und auf seinen Acker säte. Dies ist das kleinste unter allen Samenarten; wenn es aber herangewachsen ist, dann ist es grösser als die anderen Gartengewächse und wird zu einem Baum, so dass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten. (Matthäus 13:31-32) Seine Hände himmelwärts ausgestreckt, sagte Joshua auf Aramäisch: (Handschrift von Daskalos)         

Vater, mein Herr Alaha. Dein Name ist geheiligt. Dein Reich ist hier. Wille geschieht auf Erden wie in den Himmeln. (S 145)

Ein junger Israelit fragte Joshua: „Malpana, wenn wir zu Alaha beten, hört er unsere Gebete? Hört Alaha dich jetzt?“ „Gewiss“, sagte Joshua, „Alaha hört unsere Gebete. Alaha ist allgegenwärtig. Er ist überall. Er ist in deinem Geist-Seelen-Ego-Wesen. Alaha ist der Puls des Lebens in deinem Herzen. Er ist in deinem Denken. Alaha hört deine Gebete, deine Worte. Er kennt und er hört deine Gedanken. Er kennt deine Gefühle, deine Begierden, deine Absichten.“ „Malpana“, fuhr der junge Mann fort, „wenn wir Alaha bitten, uns etwas zu geben, das wir benötigen, gibt er es uns?“ „Wenn du Alaha bittest, dir etwas zu geben, von dem du glaubst, dass du es brauchst“, antwortete der Gott-Mensch, „wenn es dir zum Guten gereicht, wird es Alaha gewähren. Mein Lieber, hat Alaha dir nicht schon genug gegeben?“ Und auf Aramäisch sagte Joshua mit Nachdruck: (Handschrift von Daskalos)

Bittet, so wird euch gegeben  werden;                                                    suchet, so werdet ihr finden; klopft an, so wird man euch auftun!   (Lukas 11:9)

Nachdem Joshua seine Predigt beendet hatte, nahmen die anderen ihr Mittagessen auf dem Fischerboot ein. Joshua aß selten. Nach dem Mittagessen bat er Yiacoub, den Sohn Yioussoufs, die Heiler-Jünger zum Unterricht zu versammeln.

Sechzig Heiler-Jünger, vierzig Essener und zwanzig Israeliten, versammelten sich in der Essener Synagoge. Joshua stand auf der Kanzel, streckte seine Arme nach oben und sprach sein Gebet zum Lobpreis Alahas.

„Meine Geliebten, ihr alle“, sagte er, „Alaha Elohim, Alaha und Seine heiligen Erzengel, die Schöpferwesen in Alahas Eins-Sein, erschaffen in euren Körpern lebende Teilchen aus Materie, die mit der Geist-Lebenskraft Alahas und der heiligen Erzengel gefüllt sind, um eure Körper zu erhalten.

Alaha in Seiner großen Liebe und Barmherzigkeit erlaubt den Menschen, Seine Geist-Lebenskraft zu gebrauchen (was oft unterbewusst geschieht), um damit lebende Geistformen (Elementale), Emotional- und Gedankenformen, zu erschaffen. Die Zeit-und Ort-gebundene Persönlichkeit der einzelnen Menschen setzt sich zusammen aus der Gesamtheit dieser Elementale.

 Alaha schenkt den Menschen den freien Willen, Alahas Geist-Lebenskraft zur Erschaffung guter oder schlechter Elementale zu gebrauchen, zur Erschaffung von in-ihrer-Natur-menschlichen-Engeln oder in-ihrer-Natur-menschliche-Dämonen, welche zusammen ihre Zeit-und-Ort-gebundenen kleinen Selbst bilden.

Alaha Elohim gewährt den Menschen einen Vorrat Seiner Geist-Lebenskraft, den die heiligen Erzengel, die Schöpferwesen, in Energie umwandeln und zur Erschaffung und Erhaltung des grobstofflichen Körpers, seines ätherischen Doppels und der anderen Körper gebrauchen.“ Joshua lehrte alle seine Jünger, vor allem aber seine Heiler-Jünger, selbst-bewusste Innenschau und das selbst-bewusste Erschaffen – durch perfektes Visualisieren – von kraftvollen heilenden Gedankenformen, Elementalen. Er lehrte sie, ihre Willenskraft so anzuwenden, dass sie diese lebenden Geistformen, ihre Gedankenformen, nach Wunsch gezielt ausschicken und kontrollieren konnten.

Die wenigen Jünger, die die natürliche Neigung und den Willen hatten, ihren leidenden Brüdern und Schwestern in der Ferne zu dienen, lehrte er die Ausdehnung des Selbst-Bewusstseins und das Einstimmen auf die Leidenden.

Die wenigen, die ganz auf Seine göttliche Majestät eingestimmt waren, in grenzenloser Verehrung seiner Herrlichkeit, lehrte Joshua perfekte Innenschau, so dass sie in ihren Geist-Seelen-Ego-Selbst ins Königreich der Himmel eintreten konnten. Jene wenigen lehrte er die sichere Art und Weise, ihren grobstofflichen Körper selbst-bewusst zu verlassen, um zu reisen, wohin sie wollten. Joshua lehrte sie auch, wie sie ihr Selbst-Bewusstsein an ferne Orte ausdehnen konnten, ja sogar an fünf oder mehr  verschiedenen Orten gleichzeitig sein konnten, indem sie überbewusst lebten, gleichzeitig aber selbst-bewusst in ihren grobstofflichen Körpern verweilen und ihrer Umwelt völlig normal erschienen.

Diese wenigen lehrte Joshua privat, Geist-Lebenskraft in irgendetwas Grobstoffliches umzuwandeln, sogar einen menschlichen Körper zu materialisieren und in ihn einzugehen. So konnten sie ihren grobstofflichen Körper weit entfernt zurücklassen und einen materialisierten Körper wie ihren eigenen grobstofflichen Körper benutzen. Nur Philippos war mutig genug dies zu tun.

(S. 146) Yiacoub, der Sohn Yioussoufs, hatte die Aufsicht über die Heiler-Jünger, manchmal mehr als fünfhundert. Die wenigen, die privaten Unterricht genossen, wurden vom Menschen-Erzengel Yiohannan, dem ersten Vetter des Gott-Menschen, betreut. Von diesen wenigen verlangte Yiohannan Stillschweigen und Gelassenheit. Sie wurden angewiesen, jederzeit ruhig, liebevoll und friedlich zu sein und allezeit bereit und willig, ihren Mitmenschen zu dienen.

Es war, es ist und wird immer Joshuas Aufgabe sein, die Menschen zu ihrer göttlichen Natur zurückzuführen, indem er sie überzeugt, dass es für sie als Menschen in ihren eigenen Interesse liegt, Alaha zu lieben, der sie bedingungslos und trotz ihrer Vergehen liebt, und alle ihre Mitmenschen, die Kinder Alahas, ihre Brüder und Schwestern, zu lieben, wie sie ihr eigenes Selbst lieben.

Joshua, der Gott-Mensch, heilte die grobstofflichen Körper von allen möglichen Leiden, aber er heilte auch die kleinen, Zeit-und-Ort-gebundenen Persönlichkeiten von den Qualen psychischer Schmerzen. Als Gott-Mensch vergab er der Menschheit ihre Vergehen gegen die Gesetzte Alahas und lehrte die Menschen, jenen zu vergeben, die Verfehlungen gegen sie begangen hatten. Durch sein Leben auf Erden und durch seine Lehren zeigt Joshua den Weg.

Joshua antwortete Thomas: ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. (Johannes 14:6)

 Joshua forderte die Menschen auf, ihm nachzufolgen, und sagte auf Griechisch und Aramäisch: (Handschrift von Daskalos)

Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht wert. (Matthäus 10:38)

Dr. Stylianos Atteshlis ist bekannt unter den Namen Daskalos. Auf dieser Website: Des Mystikers Sicht. 

Aus dem Buch: Joshua Immanuel der Christus: Sein Leben auf Erden und seine Lehre von Dr. Stylianos Atteshlis – Herausgeber: The Stoa Series P.O.Box 8347, 2020 Nicosia – ISBN 9963-8162-3-1

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