{"id":21401,"date":"2019-05-06T09:53:13","date_gmt":"2019-05-06T07:53:13","guid":{"rendered":"https:\/\/tyvijiqi.cyon.site\/?page_id=21401"},"modified":"2026-01-24T09:51:44","modified_gmt":"2026-01-24T08:51:44","slug":"der-paedagoge","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/index.php\/ueber-m\/der-paedagoge\/","title":{"rendered":"Grossvater und ich"},"content":{"rendered":"<h2><\/h2>\n<h2><span style=\"color: #333399;\"><strong>Zum Gedenken an den P\u00e4dagogen Gyula Drozdy<\/strong><\/span><\/h2>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><strong><span style=\"color: #008000;\"><span style=\"color: #000080;\">Kisoroszi in Ungarn &#8211; 27. April 2019\u00a0 &#8211;\u00a0\u00a0<\/span><\/span><\/strong><span style=\"color: #008000;\"><span style=\"color: #000080;\">Im Garten meines Grossvaters\u00a0<\/span> &#8211;\u00a0<\/span><\/span><span style=\"color: #333399;\">Gedanken von seiner Enkelin \u00a0Hajna-Aniko Drozdy &#8211; Z\u00fcrich &#8211; Schweiz<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Sehr verehrte Damen und Herren, liebe Schwester Emese, liebe Familienmitglieder!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Es ist f\u00fcr mich ein grosses Geschenk und eine Ehre, heute hier mit euch sein zu d\u00fcrfen. In diesem Garten habe ich vor \u00fcber 70 Jahren gespielt und habe teilweise noch Erinnerungen an diese Zeit.\u00a0<\/span><span style=\"color: #333399;\">Wir ehren heute eine Pers\u00f6nlichkeit, die sich f\u00fcr ein Miteinander und nicht f\u00fcr ein Gegeneinander eingesetzt hat. N\u00e4mlich f\u00fcr eine Erziehung mit Herz!<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Bildnis-Johann-Heinrich-Pestalozzi-Georg-Friedrich-Adolf-Schoener.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-23716 alignleft\" src=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Bildnis-Johann-Heinrich-Pestalozzi-Georg-Friedrich-Adolf-Schoener-209x300.jpg\" alt=\"\" width=\"86\" height=\"123\" srcset=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Bildnis-Johann-Heinrich-Pestalozzi-Georg-Friedrich-Adolf-Schoener-209x300.jpg 209w, https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Bildnis-Johann-Heinrich-Pestalozzi-Georg-Friedrich-Adolf-Schoener.jpg 449w\" sizes=\"(max-width: 86px) 100vw, 86px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Wir alle wissen, dass vor mehr als 100 Jahren, sich weise Menschen um neue\u00a0 Impulse f\u00fcr die P\u00e4dagogik bem\u00fcht haben. Ein erster Vorbote dieses Bem\u00fchungen w<span style=\"color: #000080;\">ar\u00a0<a style=\"color: #000080;\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johann_Heinrich_Pestalozzi\">Heinrich Pestalozzi<\/a> aus<\/span> der Schweiz, dessen p\u00e4dagogisches Anliegen \u00a0es war, die ganzheitliche Volksbildung zur St\u00e4rkung der Menschen f\u00fcr das selbstst\u00e4ndige und kooperative Wirken in einem demokratischen Gemeinwesen zu entwickeln. Die Eltern sollten bef\u00e4higt werden, mit dieser Bildung im Elternhaus zu beginnen und ihren Kindern entsprechende Vorbilder zu sein.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/moscow-1937274_960_7201-203x300.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-18198 alignright\" src=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/moscow-1937274_960_7201-203x300-203x300.jpg\" alt=\"\" width=\"75\" height=\"111\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Dann war es Leo Tolstoi (1828-1910), der\u00a0 f\u00fcr die Bauernkinder aufgrund eigener Ideen eine Schule einrichtete. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><a href=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/2c414652accb643fe81720cf639f5aca-e1581721800669.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-13082 alignleft\" src=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/2c414652accb643fe81720cf639f5aca-e1581721800669.jpg\" alt=\"\" width=\"86\" height=\"116\" \/><\/a>1919 folgt<span style=\"color: #000080;\">e\u00a0<a style=\"color: #000080;\" href=\"https:\/\/anthrowiki.at\/Hauptseite\">Dr. Rudolf Steiner<\/a> (<\/span>1861-1923) in Deutschland, der f\u00fcr die Arbeiterkinder einer Zigarettenfabrik die Waldorfp\u00e4dagogik gr\u00fcndete. In ihrem Zentrum steht die Erziehung zur Freiheit und sie hat sich bis heute in der ganzen Welt, u.a. in Ungarn durchgesetzt.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/drozdy_emese_00110002_original.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-21473 alignright\" src=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/drozdy_emese_00110002_original-210x300.jpg\" alt=\"\" width=\"97\" height=\"138\" srcset=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/drozdy_emese_00110002_original-210x300.jpg 210w, https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/drozdy_emese_00110002_original-768x1100.jpg 768w, https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/drozdy_emese_00110002_original-715x1024.jpg 715w, https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/drozdy_emese_00110002_original.jpg 1146w\" sizes=\"(max-width: 97px) 100vw, 97px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Kurz darauf war es Gyula Drozdy (1881-1963) hier in Ungarn, der sich ebenfalls viele Gedanken um die Neugestaltung der P\u00e4dagogik gemacht hat. Sein gro\u00dfes Vorbild war Pestalozzi und auf diesem Hintergrund entstand ein reger Briefwechsel mit meinem Pflegevater in der Schweiz.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Es war Gyula Drozdy`s Impuls, den Lehrplan kindgem\u00e4\u00df methodisch-didaktisch zu gestalten. Er war ein echter Praktiker, nicht nur Theoretiker. Ein kleiner Einblick:<span style=\"color: #000080;\">\u00a0<a style=\"color: #000080;\" href=\"https:\/\/olvasas.opkm.hu\/index.php?menuId=125&amp;action=article&amp;id=610\">Die Rolle des Auswendiglernens<\/a>\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Ich wei\u00df aus eigener Erfahrung,\u00a0 mit wie viel Liebe er mich als Enkelin begleitet hat. Mein Gro\u00dfvater war damals mein gr\u00f6\u00dfter Halt, als ich fern der Heimat in der Schweiz durch viele schmerzhafte Momente der Einsamkeit gegangen bin.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Ich lebte in einem Land in dem es \u00e4u\u00dferlich keinen Krieg gab, aber in meinem Herzen waren die Wunden des Krieges noch nicht verheilt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Die Briefe meines Gro\u00dfvaters waren f\u00fcr mich sehr wichtig. Sie spendeten mir Trost, weil mir in ihnen Verst\u00e4ndnis und Liebe geschenkt wurde. Durch diese Erlebnisse machte ich fr\u00fch die Erfahrung, dass Heimat nicht nur eine \u00e4u\u00dfere Bedeutung hat. Heimat ist nicht an Boden oder Besitz gebunden, sondern existiert genauso auf einer seelischen und geistigen Ebene.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Die Briefe von meinem Gro\u00dfvater an mich waren ein St\u00fcck Heimat f\u00fcr mich. Ich war 20 Jahre alt als mein Gro\u00dfvater\u00a0 starb. Durch diese Nachricht war ich tief ersch\u00fcttert, denn mit dem Verlust meines Grossvaters, verlor ich meinen, inneren Halt und meine Verbindung zu meinem Heimatland Ungarn. Von ihm f\u00fchlte ich mich ernst genommen und verstanden. Ich war ohne Eltern, ohne Familie und f\u00fchlte mich allein, von meinen Pflegeeltern nicht verstanden. Mein Schmerz war so gro\u00df, dass ich versuchte mir das Leben zu nehmen. Zum Gl\u00fcck wurde ich rechtzeitig gefunden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">An dieser Stelle m\u00f6chte ich gerne eine Erinnerung an ihn erz\u00e4hlen, als ich hier vor 72 Jahren als Kind gespielt habe. Im Stall nebenan stand eine Kuh und ich wusste genau, dass der wei\u00dfe Beutel an ihrem Bauch wunderbare Milch enth\u00e4lt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Also ging ich hin und saugte daran.\u00a0 Es war nicht einfach, ich dr\u00fcckte und sog. Als ich nach Hause zur\u00fcckkam, sah ich etwas braun gefleckt\u00a0 aus und stank\u00a0 so, dass meine Gro\u00dfmutter gro\u00dfe M\u00fche hatte mich wieder in einen geruchsneutralen\u00a0 Zustand zu versetzen. Der Gro\u00dfvater verstand alles, er nahm stillschweigend und schmunzelnd zur Kenntnis, warum ich im Kuhstall war&#8230;. Er schrieb mir sp\u00e4ter diese Episode in einem Brief und meinte, dass dieser Gestank\u00a0 kaum zum Aushalten\u00a0 war.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Neben dem immer vorhandenen Humor war mein Gro\u00dfvater mit gro\u00dfen Sorgen besch\u00e4ftigt. Eine davon war das Schicksal seines Sohnes, das hei\u00dft meines Vaters, welches eine andauernde Sorge f\u00fcr ihn war und besonders f\u00fcr meine geliebte Gro\u00dfmutter Aranka.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Kalman-Hochzeit.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-15380 alignleft\" src=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Kalman-Hochzeit-236x300.jpg\" alt=\"\" width=\"82\" height=\"104\" srcset=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Kalman-Hochzeit-236x300.jpg 236w, https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Kalman-Hochzeit.jpg 755w\" sizes=\"(max-width: 82px) 100vw, 82px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Kalman war Gymnasiallehrer f\u00fcr Ungarisch und Geschichte gewesen. Er wurde aber politisch verfolgt und auf die schrecklichste Art und Weise hier in Ungarn\u00a0 gefoltert. <em>Er schrieb:\u201c Ich war bereits Gefangener der russischen GPU in der Andr\u00e1ssy-Str. 60 (Heute ein Foltermuseum) und habe deren Methoden an mir selber erfahren. Sie haben mich so geschlagen, dass ich drei Tage gemeint habe, es werde kein Mensch mehr aus mir. Sie haben mir Z\u00e4hne rausgeschlagen und&#8230;\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Um dem zu entkommen hat er sich unten an einen Zug angebunden und ist mit einem Kollegen 1948 nach \u00d6sterreich geflohen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Er wollte zuerst in \u00d6sterreich abwarten wie sich die Situation weiter entwickelt. Er arbeitete in einer Kohlengrube, als Tagl\u00f6hner und Gep\u00e4cktr\u00e4ger und war fast ein halbes Jahr obdachlos. Er schrieb: <em>\u201emanchmal konnte ich kurz vor Mitternacht noch ein Bett finden und das war meine<\/em> <em>Rettung, dass ich nicht erfroren bin.\u201c <\/em>\u00a0Mein Vater litt ungeheuer unter der Trennung von seiner Familie, er sehnte sich so sehr nach seinen Kindern. Da er f\u00fcr sich keine Zukunft in \u00d6sterreich sah, entschloss er sich nach Australien auszuwandern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">In einem Brief schrieb er an meine Pflegeeltern: <em>\u201eIn meiner Einsamkeit und meinem Elend denke ich immer mehr an die kleine Hajna, oft \u00fcberkommt mich die Sehnsucht nach weichen Kinder\u00e4rmchen die sich um meinen Hals schmiegen. Ich m\u00f6chte sie so sehr sehen, umarmen und k\u00fcssen, meine kleine Hajnika. Seid daher mir bitte nicht b\u00f6se, wenn ich es nicht mehr aushalten kann, und eines Tages ungebeten bei Euch hereinschneie. Ich m\u00f6chte mein Kind k\u00fcssen. Ich werde Euch nicht lange st\u00f6ren. Nur einige Tage bis ich mich \u201eausgeliebt\u201c habe.\u201c&#8230;<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Sp\u00e4ter w\u00fcnschte sich mein Vater, dass ich zu ihm nach Australien kommen solle, damit er wenigstens eines seiner Kinder bei sich h\u00e4tte. Alle Reisedokumente waren bereit f\u00fcr die grosse Reise und ich freute mich nat\u00fcrlich sehr. Grossvater machte sich sehr grosse Sorgen und teilte meinen Pflegeeltern mit, dass dies nicht gut f\u00fcr mich w\u00e4re. Kurz darauf starb mein Vater 1956.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Sein Tod traf meinen Gro\u00dfvater sehr. Erst viele Monate sp\u00e4ter sagte er es seiner Frau, meiner Gro\u00dfmutter. Er hatte bewusst damit so lange gewartet, aus Angst, dass ihr Mutterherz brechen k\u00f6nnte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Ich selbst musste den Tod meines Vaters so verarbeiten, dass ich mich sp\u00e4ter als ich erwachsen war, entschloss nach Australien auszuwandern. Meine Suche nach dem Grab von meinem Vater f\u00fchrte mich zu einem gro\u00dfen Friedhof. Aufgrund einer Nummer fand ich sein Grab, das hei\u00dft ein St\u00fcck abgebrannte Wiese und eine Nummer. Auch hier in dieser besonderen Situation war es wieder ein St\u00fcck Heimat, der ich begegnet bin, fern von Ungarn, tausende von Kilometer entfernt und doch ganz eng mit Ungarn, dieser besonderen Kraft verbunden. Es war f\u00fcr mich, wie wenn eine grosse Last von mir abfallen w\u00fcrde, eine tiefe Wunde wurde damals geheilt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Als Heimatlose war es f\u00fcr mich immer wieder eine zentrale Frage \u201cwo bin ich zu Hause,\u00a0 was ist Heimat?\u201c\u00a0 Ich bin rund um die Erde gereist und habe erkannt, dass Heimat im tieferen Sinn nur in mir selbst gefunden werden kann, in meinem Herzen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Heimat ist unabh\u00e4ngig von einem Land oder einer Nation. Dank meinem eigenen Schicksal als kleines Kind in der Fremde zu sein, bin ich durch viele schmerzhafte Momente gegangen. Sie haben mich gelehrt, dass jeder Mensch verstanden und geliebt werden m\u00f6chte. So kam ich zu der Ansicht, dass die ganze Menschheit im Grunde genommen eine Nation ist. Es gibt f\u00fcr mich eine absolute Wirklichkeit, viele sagen Gott, das sind nur Namen. Ich sage immer, es spielt keine Rolle ob du an Gott glaubst oder welcher Religion du angeh\u00f6rst. Letztendlich kommt es nur auf dein Verhalten an, mit wie viel Respekt und Liebe du deinen Mitmenschen begegnest. Wir sind eine Menschheit,\u00a0 wir sind alle Br\u00fcder und Schwestern, ob wir das glauben wollen oder nicht. Wenn es uns gelingt, dass wir uns an der Verschiedenheit, der Vielfalt in ihrem Ausdruck der Menschen erfreuen lernen, ist das ein wahrer Beitrag zum Weltfrieden.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170630_170226_resized.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-11634 alignleft\" src=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170630_170226_resized-251x300.jpg\" alt=\"\" width=\"97\" height=\"116\" srcset=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170630_170226_resized-251x300.jpg 251w, https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170630_170226_resized.jpg 373w\" sizes=\"(max-width: 97px) 100vw, 97px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Einen Beitrag haben bereits mein Gro\u00dfvater und mein Pflegevate<span style=\"color: #000080;\">r\u00a0<a style=\"color: #000080;\" href=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/index.php\/rudolf-steiner-hans-henzi-4\/\">Hans Henzi<\/a> aus<\/span> der Schweiz dazu geleistet. Beide waren P\u00e4dagogen und pflegten einen regen Briefwechsel auch \u00fcber p\u00e4dagogische Fragen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Gyula schreibt an Hans Henzi: <em>\u201eWir besprechen uns oft auch unter uns, sowie auch in freundschaftlicher Gesellschaft: Was ist es, was Euch auf so viel opfervolle G\u00fcte veranlasst? Vielleicht der in der Religion wurzelnde Humanismus? Oder das verfeinerte Seelenleben, dem es wohltut, den Elenden zu helfen? Oder was denn? Das Kind eines anderen zu erziehen, und ausserdem noch so wertvolle Geschenke zu schicken: dies ist mehr als viel. Besonders dann,\u00a0 wenn er selbst kein Kr\u00f6sus, sondern ein P\u00e4dagoge von bescheidenen Lebensverh\u00e4ltnissen ist. Solche Menschen k\u00f6nnen nur in der Heimat Pestalozzis und F\u00f6rsters leben.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Auch mein Pflegevater Hans Henzi war aktiv mit einer neuen, ganzheitlichen P\u00e4dagogik verbunden. Er setzte sich f\u00fcr mehr Menschlichkeit in den Schulen ein und half Rudolf Steiner Schulen, auch Waldorfschulen genannt, in der Schweiz aufzubauen, denn er hatte Rudolf Steiner pers\u00f6nlich kennengelernt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Was ist heute in der P\u00e4dagogik wichtig? Wie wollen wir unsere Kinder erziehen? Sollen sie der Wirtschaft dienen oder sollen sie lernen wie man viel Geld verdient? (Das Eine schliesst das Andere nicht aus, wenn es sozial gerecht ist). Soll die Schule sie dazu erziehen einen w\u00fcrdevollen sozialen Umgang zu pflegen, im gegenseitigen Respekt und Achtsamkeit und Mitgef\u00fchl? Jeder Mensch ist einmalig und wertvoll! Jeder Mensch sollte die Chance erhalten seine F\u00e4higkeiten in die Gesellschaft einbringen zu k\u00f6nnen!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Auch wenn es d\u00fcster in der Welt aussieht, glaube ich an das Gute im Menschen. Viele Menschen sind aufgewacht und haben die Einsicht gewonnen, dass jeder seine Verantwortung wahrnehmen muss, also Selbstverantwortlich handeln muss, mit Kopf, Herz und Hand, (Eine Grundaussage von Pestalozzi) wenn wir Frieden in der Welt wollen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Wir tragen alle, ob Ungaren, Schweizer, Chinesen&#8230;egal von welcher Kultur, Nation oder Religion, den Heimatschein im Herzen. Unsere wahre Heimat ist eine geistige. Die Unterschiede machen wir hier auf Erden mit unseren Einstellungen, unseren Pr\u00e4gungen und unserem Denken.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Wenn wir erkennen, dass wir hier in einem K\u00f6rper, als Pers\u00f6nlichkeit auf Zeit leben, stellt sich die Frage: Was soll das Ganze, was ist der Sinn des Lebens?\u00a0 Das Leben hier, ist f\u00fcr mich eine Lebensschule. Was steht im Lehrplan? Hinter den Ph\u00e4nomenen (oder Erscheinungen) des Lebens\u00a0 unseren Ursprung, die Absolute Wirklichkeit oder ein anderes Wort DAS LEBEN selbst \u00a0zu erkennen! Sich hier in dieser dualistischen Welt nicht t\u00e4uschen zu lassen. Welche methodisch-didaktische Hilfen stehen uns zur Verf\u00fcgung? Jede Begegnung mit unseren Mitmenschen ist eine Chance um sich zu entwickeln. Zuh\u00f6ren, den anderen verstehen wollen und ihm Mitgef\u00fchl entgegen bringen. Aber auch Auseinandersetzungen, Streit und Vers\u00f6hnung geh\u00f6ren zur Entwicklung eines jeden dazu.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Verzeihen war f\u00fcr mich ein wichtiger Schritt, um mein Schicksal aufzuarbeiten, mich von der Trauer, dem ewigen Kampf und der Last zu befreien.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Eines der gr\u00f6\u00dften Geschenke in meinem Leben war, die Vers\u00f6hnung mit meinem Pflegevater. Es war ein langer, schmerzhafter Weg. Damals\u00a0 war Hans 88 und ich 40 Jahre alt. Wir wurden die besten Freunde!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Es gibt viele Fl\u00fcchtlinge,\u00a0 &#8211; das sind diejenigen die nicht den Mut haben ihr unm\u00f6gliches Verhalten, ihr egoistisches Gebaren, ihre eigenen Fehler zu reflektieren. Sie fl\u00fcchten vor sich selber und dies sind\u00a0 &#8211; die \u00c4rmsten der Armen. Sie wissen nicht was sie tun, denn wir leben hier um uns von allen Lasten zu befreien und uns am Guten und Sch\u00f6nen im Leben zu erfreuen und einander zu helfen. Gemeinsam eine Zukunft zu gestalten wo sich die Menschen in Liebe begegnen, so verstehe ich die christliche Botschaft.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">\u00d6ffnen wir unsere Herzen, damit der Umgang mit all dem Fremden eine Herzensangelegenheit wird!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Wir sind hier um die Liebe zu leben! Unsere Grosseltern haben es uns vorgelebt. Der Dank geh\u00f6rt Ihnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Kisoroszi\u00a0 und Herzogenbuchsee sind seit 1946 im Geiste verbunden. Heute machen wir es jetzt symbolisch auch auf der materiellen Ebene. Ich habe letzte Woche im Garten vor dem Lehrerzimmer im Sekundarschulhaus, wo Hans Henzi viele Jahre unterrichtete, ein bisschen Erde mitgenommen. Diese Schweizererde ber\u00fchrt, gr\u00fcsst, k\u00fcsst und heiratet jetzt die ungarische Erde. Wieder hat sich ein Kreis geschlossen. M\u00f6gen alle gesegnet sein!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Es wird jetzt hier, in seinem damaligen\u00a0Garten ein Lindenbaum gepflanzt. Ich habe nach der Wirkung der Lindenbl\u00fcte gegoogelt. Sie wirkt schweisstreibend, ist Auswurf f\u00f6rdernd und macht die Atemwege frei. So werden wir durch das Geschenk der Natur auf allen Ebenen geheilt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><strong>Jetzt liegt mir noch etwas ganz Wichtiges auf dem <\/strong>Herzen. Eines der Highlights in meinem Leben nach 20 Jahren in der Schweiz, war die erste Begegnung mit meiner Schwester Emese, die diese Feier hier mit organisiert hat. Da ihr Mann an einem internationalen Tier\u00e4rztekongress in Venedig teilnahm, durften sie das erste Mal in den Westen (damals existierte der EISERENE VORHANG noch). Eine wunderbare Gelegenheit f\u00fcr mich! Ich bekam von der Schulbeh\u00f6rde frei und wir feierten ein unvergessliches Wiedersehn. Noch nie im Leben wurde ich so liebevoll umarmt und mit unz\u00e4hligen K\u00fcssen bedeckt. Tief in meinem Herzen sp\u00fcrte ich die ungarische Seele, ein Heimatgef\u00fchl durchstr\u00f6mte mich, dank sei dir liebe Mese!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Im Alter habe ich nun doch noch eine Familie bekommen.\u00a0<\/span><span style=\"color: #333399;\">Ich habe grosse Freude an meiner Nichte und meinem Neffen die jetzt in der Schweiz leben. \u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Emese_Hunyady\">Emese Hunyady<\/a>\u00a0war Olympiasiegerin und Weltmeisterin im Eisschnelllauf\u00a0 und Zoltan ist ein kompetenter und beliebter Zahnarzt.<span style=\"color: #008000;\">\u00a0<a style=\"color: #008000;\" href=\"https:\/\/www.unserzahni.ch\/\">unser zahni <\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">M\u00f6gen alle gesegnet sein!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\"><strong>Als ich 11 Jahre alt war, schrieb Grossvater an mich:<\/strong>\u00a0 Wir tr\u00e4umen davon, dass wir einmal alle in diesem grossen Garten beisammen sind. Dein lieber Vater, die Mutter, Mese, Csilla, Mutter Irma, Vater Hans, Tante Marianne, Onkel Rudi, Noemi, der kleine und grosse Gy\u00f6z\u00f6 und alle anderen Verwandten die sich lieben. <strong>Dann lachen und spielen<\/strong> <strong>wir und vergessen all das Schlechte. Nur Freude soll untereinander sein.<\/strong> Gut wird es sein, nicht wahr liebe Hajna?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\">Gr\u00fcss Gott, liebes Kind, gute Nacht. Mit viel Liebe k\u00fcsst Dich Dein Grossvater und Deine Grossmutter<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Gedenken an den P\u00e4dagogen Gyula Drozdy Kisoroszi in Ungarn &#8211; 27. April 2019\u00a0 &#8211;\u00a0\u00a0Im Garten meines Grossvaters\u00a0 &#8211;\u00a0Gedanken von seiner Enkelin \u00a0Hajna-Aniko Drozdy &#8211; Z\u00fcrich &#8211; Schweiz Sehr verehrte Damen und Herren, liebe Schwester Emese, liebe Familienmitglieder! Es ist &hellip; <a href=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/index.php\/ueber-m\/der-paedagoge\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":2512,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"onecolumn-page.php","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/21401"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21401"}],"version-history":[{"count":59,"href":"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/21401\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34590,"href":"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/21401\/revisions\/34590"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2512"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21401"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}