{"id":22205,"date":"2025-08-10T00:00:26","date_gmt":"2025-08-09T22:00:26","guid":{"rendered":"https:\/\/tyvijiqi.cyon.site\/?p=22205"},"modified":"2025-08-10T20:22:56","modified_gmt":"2025-08-10T18:22:56","slug":"heute-samstag-10-7-die-gegenwart","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/index.php\/2025\/08\/10\/heute-samstag-10-7-die-gegenwart\/","title":{"rendered":"10. August &#8211; Die Gegenwart"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000080;\"><strong>\u00a0Aus dem\u00a0<a style=\"color: #000080;\" href=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/index.php\/tolstoikalender\/\">Tolstoi Kalender<\/a>\u00a0der Weisheit\u00a0\u2013 10. August <span style=\"color: #ff0000;\">&#8211; Die Gegenwart<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\"><a style=\"color: #008000;\" href=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/?s=Freiheit\">Freiheit<\/a><\/span><span style=\"color: #008000;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<a style=\"color: #008000;\" href=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/?s=gegenwart\">Gegenwart<\/a>\u00a0\u00a0 \u00a0<a style=\"color: #008000;\" href=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/?s=gottes+gesetz\">Gottes Gesetz<\/a><\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/butterfly-1127666__180.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-6136 alignleft\" src=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/butterfly-1127666__180.jpg\" alt=\"butterfly-1127666__180\" width=\"285\" height=\"190\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">Sich auf das Leben vorzubereiten, statt zu leben, ist eine \u00e4u\u00dferst gef\u00e4hrliche Versuchung. Die Zukunft geh\u00f6rt dir nicht. Vergiss daher nicht, jetzt so gut zu leben, wie du kannst. Die einzige dazu erforderliche Vollkommenheit ist die, vollkommen zu lieben, und das kannst du nur in der Gegenwart. Dazu sind wir in die Welt gekommen. <em>Tolstoi<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">Du triffst Entscheidungen in der Gegenwart, und die Gegenwart ist au\u00dferhalb der Zeit; sie ist ein winziger Augenblick, in dem sich zwei Zeiten \u2013 Vergangenheit und Zukunft &#8211; begegnen. In der Gegenwart hast du immer Entscheidungsfreiheit.\u00a0<em>Tolstoi<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">Die Gegenwart ist der Augenblick, in dem sich die G\u00f6ttlichkeit des Lebens offenbart. Achten wir also unsere Gegenwart. Gott weilt in dieser Zeit.<\/span><span style=\"color: #000080;\"><i> Tolstoi<\/i><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\"><strong>Des Mystikers Sicht: <\/strong>In der Welten der Existenz ist der Mensch dual: das wahre Selbst und das kleine Selbst. Dualit\u00e4t ist das Gesetz aller Welten der Existenz. Ein Teil des wahren Geist-Seelen-Ego-Selbst des Menschen gibt dem kleinen Selbst Leben, bleibt aber unauff\u00e4llig latent in ihm, w\u00e4hrend das kleine Selbst sich stetig ver\u00e4ndert in seinem Benehmen, seinem Charakter und Lebensweise. <em>Joshua<\/em><\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/butterfly-1228639__180.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-6135 alignright\" src=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/butterfly-1228639__180-300x178.jpg\" alt=\"butterfly-1228639__180\" width=\"271\" height=\"161\" srcset=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/butterfly-1228639__180-300x178.jpg 300w, https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/butterfly-1228639__180.jpg 304w\" sizes=\"(max-width: 271px) 100vw, 271px\" \/><\/a><span style=\"color: #000080;\"><strong>Die drei Fragen\u00a0 &#8211;<\/strong><em> von Leo Tolstoi<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">Es dachte einmal ein K\u00f6nig, nichts k\u00f6nne ihm missgl\u00fccken, wenn er nur immer die Zeit w\u00fcsste, in der er ein Werk zu beginnen habe, und wenn er immer w\u00fcsste, mit welchen Menschen er sich einlassen solle und mit welchen nicht, und wenn er immer w\u00fcsste, welches von allen Werken das wichtigste sei.<\/span><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">Es kamen gelehrte M\u00e4nner zum K\u00f6nig und gaben ihm mancherlei Antworten auf seine Fragen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">Aufs eine erste Frage antworteten die einen, um f\u00fcr jedes Werk die rechte Zeit zu wissen, m\u00fcsse man vorher eine Einteilung f\u00fcr den Tag, den Monat und das Jahr aufstellen und sich streng an das halten, was f\u00fcr den einzelnen Tag festgesetzt ist. Andere sagten wieder anderes.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">Ebenso verschieden lautete die Antwort auf die zweite Frage. Die einen sagten, die dem K\u00f6nig unentbehrlichsten M\u00e4nner seien die Staatsm\u00e4nner, andere, die Priester und Seher. Die dritten erkl\u00e4rten, es seien die \u00c4rzte, und die vierten behaupteten, es seien die Krieger.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">Auf die dritte Frage, welches das wichtigste Werk sei, antworteten die einen, das sei die Wissenschaft, die anderen sprachen, die Kriegskunst, wieder andere nannte die Gottesverehrung. Alle Antworten waren verschieden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">Daher passte dem K\u00f6nig keine einzige von ihnen, und er belohnte niemand. Um aber ganz genaue Antworten auf seine Fragen zu erhalten, entschloss er sich, einen Einsiedler zu befragen, dessen Weisheit in gro\u00dfem Rufe stand. Der Einsiedler lebte im Wald, verlie\u00df seine Wohnst\u00e4tte nie und empfing nur einfache Leute. Darum zog der K\u00f6nig ein schlichtes Gewand an, stieg vom Pferd weit vor der Klause des Einsiedlers, lie\u00df sein Gefolge zur\u00fcck und ging allein durch den Wald. Als der K\u00f6nig sich dem Einsiedler n\u00e4herte, grub dieser vor seiner H\u00fctte die Beete um. Er erblickte den K\u00f6nig, begr\u00fc\u00dfte ihn und grub ruhig weiter. Er war mager und schwach und keuchte schwer, indem er den Spaten in die Erde stie\u00df und die kleinen Schollen umwandte. Der K\u00f6nig trat an ihn heran und sprach: \u00bbIch bin gekommen, weiser Einsiedler, um dich zu bitten, mir drei Fragen zu beantworten: Welches ist die Zeit, die man einhalten muss und nicht vers\u00e4umen darf, um hinterher nichts bereuen zu m\u00fcssen? Welche Leute sind die unentbehrlichsten? Mit welchen Leuten muss man sich als mehr, mit welchen weniger befassen? &#8230; Welche Werke sind die wichtigsten, und welches von allen Werken muss daher zuerst getan werden?\u00ab<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">Der Einsiedler h\u00f6rte dem K\u00f6nig zu, antwortete aber nicht. Er spuckte in die H\u00e4nde und begann wieder zu arbeiten. \u00bbDu bist ersch\u00f6pft\u00ab, sagte der K\u00f6nig, \u00bbgib mir den Spaten, und setze dich auf die Erde.\u00ab<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">\u00bbDanke\u00ab, erwiderte der Einsiedler, reichte dem K\u00f6nig den Spaten und setzte sich auf die Erde nieder. Als der K\u00f6nig zwei Beete umgegraben hatte, hielt er inne und wiederholte seine Fragen. Der Einsiedler antwortete nicht, stand auf und streckte die H\u00e4nde nach dem Spaten aus. \u00bbJetzt ruhe du, ich will nun &#8230;\u00ab sagte er. Der K\u00f6nig aber gab den Spaten nicht her und fuhr fort zu graben. Es verging eine Stunde, eine zweite, die Sonne begann hinter den B\u00e4umen zu verschwinden, da steckte der K\u00f6nig den Spaten in die Erde und sagte: \u00bbIch bin zu dir gekommen, weiser Mann, um auf meine Fragen eine Antwort zu erhalten. Wenn du nicht antworten kannst, so sag es doch, dann will ich nach Hause gehen.\u00ab<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">\u00bbSieh einmal, da kommt jemand gelaufen\u00ab, sprach der Einsiedler, \u00bblass sehen, wer das ist.\u00ab Der K\u00f6nig sah, dass in der Tat aus dem Walde ein b\u00e4rtiger Mann gelaufen kam. Der hielt sich die H\u00e4nde vor den Leib, und zwischen den Fingern sickerte Blut hervor. Als er bis zum K\u00f6nig gelangt war, fiel er zu Boden, lag unbeweglich da und \u00e4chzte leise. Der K\u00f6nig und der Einsiedler \u00f6ffneten die Kleider des Mannes. In seinem Leib war eine tiefe Wunde. Der K\u00f6nig wusch sie, so gut er konnte, und verband sie mit seinem Taschentuch und mit einem Handtuch des Einsiedlers. Aber das Blut h\u00f6rte nicht auf zu str\u00f6men, und der K\u00f6nig nahm zu wiederholten Malen den mit warmen Blut durchtr\u00e4nkten Verband ab, wusch die Wunde von neuem und verband sie wieder. Als das Blut endlich gestillt war, bat der Verwundete um Wasser. Der K\u00f6nig trug frisches Wasser herbei und gab ihm zu trinken.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">Inzwischen war die Sonne untergegangen, und es war k\u00fchl geworden. Mit Hilfe des Einsiedlers trug der K\u00f6nig den Verwundeten in die Klause und legte ihn aufs Bett. Der Verwundete schloss die Augen und wurde still. Der K\u00f6nig aber war so erm\u00fcdet, dass er, auf der Schwelle zusammengekauert, ebenfalls einschlief, und zwar so fest, dass er die ganze kurze Sommernacht verschlief.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">Als er am Morgen erwachte, konnte er lange nicht begreifen, wo er war und wer dieser sonderbare b\u00e4rtige Mann war, der auf dem Lager ausgestreckt lag und ihn unausgesetzt mit leuchtenden Augen ansah. \u00bbVerzeih mir\u00ab, sprach der b\u00e4rtige Mann mit schwacher Stimme, als er bemerkte, dass der K\u00f6nig erwacht war und ihn anblickte. \u00bbIch kenne dich nicht und habe dir nichts zu verzeihen\u00ab, erwiderte der K\u00f6nig. \u00bbDu kennst mich nicht, aber ich kenne dich. Ich bin dein Feind, jener Feind, der geschworen hat, an dir Rache zu nehmen, weil du meinen Bruder hingerichtet und meine G\u00fcter genommen hast. Ich habe dich t\u00f6ten wollen, und du hast mir das Leben gerettet. Von nun an, wenn ich am Leben bleibe, und wenn es dir recht ist, will ich dir als dein treuester Gefolgsmann dienen, und auch meinen S\u00f6hnen will ich das zu tun befehlen. Verzeihe mir!\u00ab<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">Der K\u00f6nig war sehr froh dar\u00fcber, dass es ihm so leicht gelungen war, sich mit seinem Feinde auszus\u00f6hnen, und er verzieh ihm nicht nur, sondern versprach auch, ihm seine G\u00fcter zur\u00fcckzugeben und ihm au\u00dferdem seine Diener und seinen Arzt zu schicken.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">Als er sich von dem Verwundeten verabschiedet hatte, trat der K\u00f6nig hinaus auf die Vortreppe und suchte mit seinen Augen den Einsiedler. Er war drau\u00dfen bei den Beeten, die er gestern umgegraben hatte, kniete am Boden und s\u00e4te Gem\u00fcsesamen. Der K\u00f6nig trat an ihn heran und sprach: \u00bbZum letzten Mal, du weiser Mann, bitte ich dich, meine Fragen zu beantworten!\u00ab \u00bbAber du hast ja deine Antwort schon bekommen!\u00ab erwiderte der Einsiedler. Er richtete sich auf und sah den K\u00f6nig an. \u00bbIch sollte Antwort bekommen haben?\u00ab fragte der K\u00f6nig. \u00bbNat\u00fcrlich\u00ab, erwiderte der Einsiedler. \u00bbH\u00e4ttest du gestern nicht Mitleid mit meiner Schwachheit gehabt und diese Beete umgegraben, sondern w\u00e4rst du allein zur\u00fcckgegangen, so h\u00e4tte dieser Mann dich \u00fcberfallen, und du h\u00e4ttest bereut, dass du nicht bei mir geblieben bist. Somit war die richtige Zeit jene, als du die Beete umgrubst, und ich war der wichtigste Mann, und das wichtigste Werk war, mir Gutes zu tun. Dann, als jener Mann angelaufen kam, war die wichtigste Zeit, seiner zu pflegen, denn sonst w\u00e4re er verblutet, ohne dass er sich mit dir vers\u00f6hnt h\u00e4tte. Er war f\u00fcr dich der wichtigste Mensch, und das, was du ihm getan hast, war das wichtigste Werk.\u00ab<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #000080;\">Merke dir &#8211; die wichtigste Zeit ist nur eine: der AUGENBLICK. Nur \u00fcber ihn haben wir Gewalt. Der unentbehrlichste Mensch ist der, mit dem uns der Augenblick zusammenf\u00fchrt; denn niemand kann wissen, ob er noch je mit einem anderen zu tun haben wird. Das wichtigste Werk ist, ihm Gutes zu erweisen &#8211; denn nur dazu ward der Mensch ins Leben gesandt.<\/span><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0Aus dem\u00a0Tolstoi Kalender\u00a0der Weisheit\u00a0\u2013 10. August &#8211; Die Gegenwart Freiheit\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Gegenwart\u00a0\u00a0 \u00a0Gottes Gesetz Sich auf das Leben vorzubereiten, statt zu leben, ist eine \u00e4u\u00dferst gef\u00e4hrliche Versuchung. Die Zukunft geh\u00f6rt dir nicht. 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