{"id":22687,"date":"2025-10-03T00:00:48","date_gmt":"2025-10-02T22:00:48","guid":{"rendered":"https:\/\/tyvijiqi.cyon.site\/?p=22687"},"modified":"2025-10-04T07:49:35","modified_gmt":"2025-10-04T05:49:35","slug":"heute-donnerstag-3-10-reichtum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/index.php\/2025\/10\/03\/heute-donnerstag-3-10-reichtum\/","title":{"rendered":"3. Oktober &#8211; Reichtum"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000080;\"><strong>Aus dem\u00a0<a style=\"color: #000080;\" href=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/index.php\/tolstoikalender\/\">Tolstoi Kalender<\/a>\u00a0der Weisheit \u2013 3. Oktober &#8211;<span style=\"color: #ff0000;\"> Reichtum<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\"><a style=\"color: #008000;\" href=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/?s=reichtum\">Reichtum<\/a>\u00a0\u00a0 <a style=\"color: #008000;\" href=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/?s=bescheidenheit\">Bescheidenheit<\/a><\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/coins-163517_960_7201.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-6779 alignleft\" src=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/coins-163517_960_7201-300x200.jpg\" alt=\"coins-163517_960_720\" width=\"195\" height=\"130\" srcset=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/coins-163517_960_7201-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/coins-163517_960_7201.jpg 960w\" sizes=\"(max-width: 195px) 100vw, 195px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">Es gibt zwei M\u00f6glichkeiten, nicht unter Armut zu leiden. Die erste ist, mehr Reichtum zu erwerben. Die zweite, deine Bed\u00fcrfnisse einzuschr\u00e4nken. Erstere ist uns nicht immer verf\u00fcgbar, letztere aber steht uns immer offen. <em>Tolstoi<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">Grosse Reicht\u00fcmer werden dich nicht befriedigen. Je gr\u00f6sser dein Reichtum wird, desto mehr wachsen auch deine Bed\u00fcrfnisse.<em> Tolstoi<\/em><\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/zypern.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-26750 alignright\" src=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/zypern-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"219\" height=\"146\" srcset=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/zypern-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/zypern.jpg 720w\" sizes=\"(max-width: 219px) 100vw, 219px\" \/><\/a><span style=\"color: #008000;\"><strong>Seltsam genug\u00a0<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #008000;\"> Ein Mensch erlebt den krassen Fall,<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #008000;\"> Es menschelt deutlich, \u00fcberall &#8211;<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #008000;\"> Und trotzdem merkt man, weit und breit<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #008000;\"> Oft nicht die Spur von Menschlichkeit.\u00a0<em>Eugen Roth\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\"><strong>Ein Gespr\u00e4ch \u00fcber Bildung \u00a0\u00a0\u00a0&#8211;\u00a0 \u00a0\u00abLasst es mich probieren!\u00bb <\/strong>Aus:<strong>\u00a0<em>\u00a0<\/em><\/strong><em><span style=\"color: #000080;\"><span style=\"color: #008000;\"><a style=\"color: #008000;\" href=\"https:\/\/www.papierlosezeitung.ch\/de\">Papierlose Zeitung &#8211; Bildung f\u00fcr alle<\/a>\u00a0<\/span>&#8211;\u00a0<\/span><\/em><\/span><span style=\"color: #008000;\">Malek Ossi, 28, (aus Syrien) ist Aktivist bei der ASZ und studiert an der Hochschule Luzern Soziale Arbeit. Im Interview erz\u00e4hlt er, was Bildung f\u00fcr ihn bedeutet. 16.\u00a0<\/span><span style=\"color: #008000;\">August 2021<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\"><strong><a href=\"https:\/\/www.bing.com\/search?q=Katharina+Morello&amp;cvid=e377fc537e3c41a7903f17bf904d4e9d&amp;aqs=edge..69i57.1296j0j1&amp;pglt=299&amp;FORM=ANNTA1&amp;PC=ACTS\"><span style=\"color: #008000;\">Katharina Morello:<\/span><\/a> Wo, denkst du, hast du die wichtigsten Dinge f\u00fcrs Leben gelernt?\u00a0<\/strong><\/span><span style=\"color: #008000;\">Malek Ossi: Was ich fr\u00fcher in der Schule gelernt habe, habe ich vergessen. Ich lernte f\u00fcr die Pr\u00fcfungen, schrieb es nieder, dann war es weg. Was mich wirklich gepr\u00e4gt hat, war mein Zuhause. Meine Eltern waren meine ersten Lehrer. Die wichtigen Sachen lernt man in der Familie: respektvoll mit anderen umgehen, zuh\u00f6ren, geduldig sein, eine Aufgabe \u00fcbernehmen und Unterst\u00fctzung holen, wenn man ihr vielleicht nicht gewachsen ist. Auch die Strasse, in der ich aufgewachsen bin, war f\u00fcr mich eine Schule. Und wenn wir Bezug auf die Schweiz nehmen: Hier ist auch mein Freundeskreis eine Schule. Durch Freund*innen habe ich viel gelernt.<\/span><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\"><strong><a href=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/wave-2895714__480.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-26744 alignleft\" src=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/wave-2895714__480-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"246\" height=\"139\" srcset=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/wave-2895714__480-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/wave-2895714__480-768x433.jpg 768w, https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/wave-2895714__480.jpg 852w\" sizes=\"(max-width: 246px) 100vw, 246px\" \/><\/a>Schulbildung ist aber dennoch wichtig \u2026<br \/>\n<\/strong>Nat\u00fcrlich. Bei mir zuhause in Syrien h\u00f6rte ich immer: Ihr m\u00fcsst euch bilden! Nur durch Bildung kommt ihr im Leben weiter. Meine Eltern konnten keine h\u00f6here Schule besuchen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #008000;\"> Hier h\u00f6re ich dasselbe. Migrant*innen sagen zu ihren Kindern oder kleineren Geschwistern: Hey, schau mich an, wenn ich eine Ausbildung gemacht h\u00e4tte, m\u00fcsste ich nun am Wochenende nicht arbeiten. Schau mich an, dann verstehst du, was der richtige Weg ist. Dieser Weg ist vielleicht schwieriger und dauert l\u00e4nger, aber langfristig ist er viel besser, als irgendwo ohne Abschluss arbeiten zu gehen. Viele Migrant*innen, die vor mir in die Schweiz kamen, haben mir diesen Rat gegeben: Geh studieren, mach eine Ausbildung, weil du hier in der Schweiz ohne Ausbildung \u00fcberhaupt keine Chance hast. Du wirst einen Job finden, doch irgendwann bei einer Krise \u2013 wie jetzt w\u00e4hrend Corona \u2013 wirst du ihn wieder verlieren und dann vielleicht nie wieder etwas finden. Dies zeigt, warum Bildung so wichtig ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\"><strong>Die Idee, dass jeder Mensch die Schule besuchen und sich bilden kann, ist ja auch in der Allgemeinen Erkl\u00e4rung der Menschenrechte verankert.<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\"><strong><a href=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/peace.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-26599 alignright\" src=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/peace-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"240\" height=\"180\" srcset=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/peace-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/peace-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/peace-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/peace.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/><\/a><\/strong>Genau. Menschen haben ein Recht auf Bildung! Es ist ein Grundbed\u00fcrfnis. Man darf Menschen nicht davon abhalten, dieses Bed\u00fcrfnis zu befriedigen. Es gibt aber Menschen, die hier in der Schweiz leben, als vorl\u00e4ufig Aufgenommene und Nichtregulierte ohne Aufenthaltsbewilligung \u2013 ihnen wird dieses Recht genommen. Sie k\u00f6nnen sich nicht ausbilden oder weiterbilden. Dieses Grundrecht, das allen Menschen zusteht, unabh\u00e4ngig von Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht \u2026 es wird ihnen verwehrt, weil sie keine oder nicht die richtige Aufenthaltsbewilligung haben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\"><strong>Du hast diese Erfahrung als gefl\u00fcchteter Mensch in der Schweiz selbst gemacht. Was m\u00fcsste sich \u00e4ndern?<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #008000;\"> Bildung soll allen Menschen zur Wahl stehen. Wer studieren will, kann studieren. Menschen, die keine Aufenthaltsbewilligung haben, sind trotzdem hier. Es geht um das Thema Integration, ich sage lieber: Inklusion. Dies bedeutet, wir sind da. Ob man uns will oder nicht: Wir sind da. Die Potentiale, die Menschen mitbringen, sollen genutzt werden k\u00f6nnen. Man soll sie nicht verschwinden lassen. Es gibt auch das Recht auf Nothilfe. Und Bildung ist f\u00fcr mich wie Wasser und Nahrung: ein Existenzrecht. Wenn ich auch sonst meine anderen Rechte nicht aus\u00fcben kann, muss ich wenigstens studieren oder eine Ausbildung machen k\u00f6nnen. Das steht mir zu. Unabh\u00e4ngig von Status oder Herkunft oder Hautfarbe.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\">Bildung ist f\u00fcr mich wie Wasser und Nahrung: ein Existenzrecht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\"><strong>Ein Gefl\u00fcchteter, eine Gefl\u00fcchtete soll sich auf jeden Fall aus- oder weiterbilden k\u00f6nnen? Was ist, wenn er oder sie ihre M\u00f6glichkeiten \u00fcbersch\u00e4tzt?<br \/>\n<\/strong>Bevor ich mein Studium anfing, habe ich immer wieder die Aussage geh\u00f6rt: Vielleicht ist es zu schwierig. Darauf habe ich entgegnet: Lasst es mich probieren! Ich kann entscheiden, ob ich mir das zutraue oder nicht. Und wenn es zu schwierig sein sollte, kann ich selber entscheiden, ob ich aufh\u00f6re. Wie alle Schweizer*innen oder Ausl\u00e4nder*innen aus EU-Staaten \u2026 Sie kommen und studieren, und wenn sie merken, dass es nicht geht, h\u00f6ren sie auf. Das gilt auch f\u00fcr mich: Wenn ich merke, dass mir das Studium nicht entspricht oder dass es mir keinen Spass macht, kann ich etwas anderes machen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\"><strong>Du hast nun mit dem Studium angefangen. Wie l\u00e4uft es f\u00fcr dich?<br \/>\n<\/strong>Es ist nicht einfach. Ich bin in einem anderen Bildungssystem aufgewachsen. Da galt: Sag nur, was wir h\u00f6ren wollen! Selber Denken war mehr oder weniger verboten. Hier ist es komplett anders. Man muss sich viele Gedanken machen. Man muss selbst f\u00fcr Disziplin sorgen, viel Selbststudium betreiben. Und man soll kritisch sein \u2026 Mein Gott, Kritik war ein Tabu in Syrien! Und hier ist es sogar erw\u00fcnscht, sich kritisch zu \u00e4ussern \u2026 Das sind die Schwierigkeiten, mit denen ich im Studium zu k\u00e4mpfen habe. Dazu kommt die Sprache, es ist nicht meine Muttersprache. Ich brauche f\u00fcr alles mehr Zeit als meine Schweizer Kolleg*innen. Vor allem, wenn es darum geht, eine wissenschaftliche Arbeit zu schreiben. Doch ich m\u00f6chte andere Menschen in meiner Situation ermutigen, studieren zu gehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\"><strong>Wie k\u00f6nnte man es einfacher machen f\u00fcr Menschen aus anderen Bildungssystemen?<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #008000;\"> Die Lehrer und Lehrerinnen k\u00f6nnten klar sagen, was sie von dir wollen. (Lacht!) Aber das ist eine schwierige Frage. Es w\u00fcrde bedeuten, ein ganzes System zu \u00e4ndern und anzupassen. Wenn ich k\u00f6nnte, w\u00fcrde ich die Noten abschaffen. Ich finde sie bescheuert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\"><strong>Die Noten? Warum?<br \/>\n<\/strong>Bestanden. Nicht bestanden. Das setzt Menschen einfach zu sehr unter Druck. Es schafft ein Konkurrenzdenken. Ich bin besser als du. Du bist schlechter als ich. Das k\u00f6nnte man vermeiden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\">Wenn ich k\u00f6nnte, w\u00fcrde ich die Noten abschaffen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\"><strong>Wahrscheinlich ist das die Realit\u00e4t hier: Wenn du neu dazukommst, wirst du nicht das System \u00e4ndern, sondern dich zuerst nach dem System richten.<br \/>\n<\/strong>Vielleicht kannst du es im Nachhinein \u00e4ndern. Wenn du etwas gelernt hast, kannst du hinterher fachlich begr\u00fcnden, warum ein System ge\u00e4ndert werden muss. Man muss zuerst eine Schule besuchen und einen Abschluss machen, und danach kann man sich f\u00fcr Ver\u00e4nderungen einsetzen. Man muss sich erst das n\u00f6tige Wissen aneignen, um hinterher begr\u00fcnden zu k\u00f6nnen, warum man etwas kritisch hinterfragt. Durch Gespr\u00e4che und Austausch lernen wir viel. Bildung ist f\u00fcr mich ein Lernprozess. Wenn wir uns etwa die ASZ anschauen: Vor zehn Jahren war sie noch nicht das, was sie heute ist. Mit der Zeit hat sich die Schule zu dem entwickelt, wof\u00fcr sie heute steht. Das k\u00f6nnte auch mit dem System so sein, irgendwann wird es sich \u00e4ndern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\"><strong>An einem Ort wie der ASZ zeigt sich, was durch gemeinsames Lernen m\u00f6glich ist. Lernen ist keine Einbahnstrasse. Alle, die dazukommen, m\u00fcssen sich nicht einfach nur anpassen. Sie sind Tr\u00e4ger*innen von Wissen, Geschichten und Erfahrungen und haben etwas einzubringen.<br \/>\n<\/strong>Genau. Und die Menschen sollen M\u00f6glichkeiten haben, auszuprobieren, was sie k\u00f6nnen und was sie wollen. Sie sollten schnuppern gehen und reinschauen k\u00f6nnen bei allen Arten von Ausbildungen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\"><strong>Wie beurteilst du die Anforderungen, die f\u00fcr die Aufnahme zu einem Hochschulstudium gestellt werden?<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #008000;\"> Als ich anfing, war das Sprachniveau C2 verlangt. Ich vermute, dass viele meiner Mitstudierenden, sogar Schweizer*innen, die hier geboren sind, das Niveau C2 nicht hatten, als sie anfingen. Von mir zu verlangen, dass ich ein Zeugnis f\u00fcr C2 vorlege, war eine Zumutung. Meine anf\u00e4nglichen Schwierigkeiten hingen nicht von C1 oder C2 ab. Ich brauchte Zeit, um anzukommen \u2013 und zum Gl\u00fcck habe ich diese Zeit bekommen. Doch die Voraussetzungen, um \u00fcberhaupt anfangen zu k\u00f6nnen, waren zu hoch. Zum Gl\u00fcck wurde das jetzt angepasst. Es war auch etwas absurd: Die Hochschule verkauft sich mit dem Prinzip von Diversit\u00e4t und Vielfalt auf der einen Seite, und andererseits stellt sie so hohe H\u00fcrden auf, die Migrant*innen fast unm\u00f6glich erf\u00fcllen k\u00f6nnen. Das sollte \u00fcberall einfacher werden. Es geht dabei nicht nur um die Sprache, es geht auch um die Anerkennung von Diplomen. So viele Menschen m\u00fcssen hier einen anderen Beruf aus\u00fcben als in ihrer Heimat. Wir sprechen von \u00c4rzt*innen, die hier als Reinigungskraft arbeiten. Reinigungsarbeit ist nichts Schlechtes. Doch diese Menschen haben in ihrer Heimat das Beste aus ihren M\u00f6glichkeiten gemacht. Dann kamen sie hierher und m\u00fcssen eine Arbeit verrichten, f\u00fcr die sie viel weniger Anerkennung und viel weniger Geld bekommen. F\u00fcr viele ist das sehr schmerzhaft. Es ist ein Ausdruck f\u00fcr den strukturellen Rassismus, den wir in der Schweiz haben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\">Das Ziel ist, dass alle ihr Potential aussch\u00f6pfen k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\"><strong>Das ist wahr. Ich habe viele Migrant*innen getroffen, deren Diplom in keiner Weise akzeptiert wurde. Sie mussten wieder bei Null anfangen.<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #008000;\"> Nicht nur bei Null, sie fangen hier sogar bei minus Eins an, weil oft nicht einmal ihre Matura anerkannt ist. Dieses Problem ist omnipr\u00e4sent. Alle leiden darunter, dass ihre Diplome nicht anerkannt werden. Menschen sind in die Schweiz gefl\u00fcchtet, sie haben Physik studiert oder Chemie oder sie sind \u00c4rzt*innen. Trotzdem sind sie ohne Perspektive. Alles, was sie in ihrem Leben gemacht haben, ist wertlos geworden. Es war alles umsonst. Wie w\u00e4re es f\u00fcr dich, wenn man sagen w\u00fcrde, deine Matura ist nichts wert, du musst sie nachholen?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\"><strong>Wie soll es in Zukunft sein?<br \/>\n<\/strong>Mein Traum ist es, dass so viele gefl\u00fcchtete Menschen wie m\u00f6glich eine Ausbildung machen und studieren gehen k\u00f6nnen. Und dass sie dann eine gute Arbeit machen k\u00f6nnen, genauso wie Einheimische. Das Ziel ist, dass alle ihr Potential aussch\u00f6pfen k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\"><strong>Noch eine Frage: Was hast du eigentlich bei dir zuhause auf der Strasse gelernt?<br \/>\n<\/strong>Das Wichtigste, was ich da gelernt habe, ist Zivilcourage. Davon gibt es hier nicht so viel. Zum Beispiel interessiert es hier niemanden, wenn Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe st\u00e4ndig kontrolliert werden, wenn also racial profiling stattfindet. Auf der Strasse habe ich gelernt, mit anderen Menschen solidarisch zu sein. Man muss diese Solidarit\u00e4t auch aktiv zeigen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #008000;\"> Es n\u00fctzt nichts, wenn du sie nur im Kopf hast. Dann bringt sie niemandem etwas.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\"><em>Das Interview f\u00fchrte Katharina Morello<\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus dem\u00a0Tolstoi Kalender\u00a0der Weisheit \u2013 3. Oktober &#8211; Reichtum Reichtum\u00a0\u00a0 Bescheidenheit Es gibt zwei M\u00f6glichkeiten, nicht unter Armut zu leiden. Die erste ist, mehr Reichtum zu erwerben. Die zweite, deine Bed\u00fcrfnisse einzuschr\u00e4nken. Erstere ist uns nicht immer verf\u00fcgbar, letztere aber &hellip; <a href=\"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/index.php\/2025\/10\/03\/heute-donnerstag-3-10-reichtum\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[553,551,550,552],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22687"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22687"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22687\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":33971,"href":"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22687\/revisions\/33971"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22687"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22687"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anikodrozdy.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22687"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}